oink

"ein reflexmonster sind sie ja nicht gerade", sagte mein arzt gestern früh im rahmen der servicewartung zu mir (immerhin nach dem gummiknüppel‐knieschlag und nicht während der prostata‐untersuchung), aber solang eben der rest in ordnung ist, deute ich das eher als übersprungshandlungssmalltalk und nicht als ernstzunehmende anspielung auf meine alterserscheinungen. auf dem rechten auge werd’ ich offenbar "irgendwann wahrscheinlich" einen sog. grauen star bekommen, und als er (der arzt, nicht der star) dann "naja, aber so in 20 jahren erst" nachschob, während ich schon zu googeln begann, mussten wir beide lachen, – und ich hoffe sehr, aus unterschiedlichen gründen, aber doch mit ähnlichem subtext wie in der situation, nachdem er mich fragte, "welchen" sport ich denn eigentlich betreibe anstatt ob überhaupt einen. piratenpflaster gab’s keine mehr nach der blutentnahme, dafür das genau gleiche traubenzuckerbonbon wie vor 35 jahren, huch, nostalgie, und

(.. der held geht nuschelnd ab, räuspert sich off‐stage, kommt bekifft guckend wieder nach vorn ..)

aber generell ist halt vieles so schnell wieder verschwunden wie’s kam, und der rest drumherum ist ahnung und echo und sentimentalität bzw. nostalgie, will sagen, die obertöne der empfindung vielleicht, gewissermaßen. i mean: die zeit, die man (erfahrungsgemäß) mit dem nichtbemerken einer neuen situation verbringt und mit dem sichwundern über das bungeeseil an dem man sich festgeknotet glaubt, und das sich viel (sehr viel) später als längst gerissener leinenfaden entpuppt, diese zeit hätte könnte müsste man ja im idealfall auch nur mit der sehnsucht nach etwas neuem vertrödelt. das man raus war, merkt man eben erst, wenn man wieder drin ist. does that make sense? ein reflexionsmonster bin ich eben schon manchmal, auch wenn das nicht so konkret bei icd‐10 zu finden ist. (was panik verursacht, ist ja selten eine situation an sich, sondern deren plötzlichkeit, deren unerwartbarkeit. i can deal with so much, wenn ich weiß womit.)

(.. der held guckt glasig ins publikum und kippt in etwas, das wir fortan manischen zynismus nennen mögen ..)

ernst beiseite: vergänglichkeit my ass, und all die hehren vorsätze und facebookposts und sollteeigentlicheinbuchwerdentexte führen ja auch zu nichts außer kurzfristiger klarheitseinbildung. so meta. und wenn man sich dann hinterher selbst belächelt ("meinten sie ’auslacht’?"), brüllt man "q.e.d." dem bildschirm entgegen bzw. vermutlich denkt man sich’s nur, denn ganz so tief ist man noch nicht gesunken, dass man wirklich einen bildschirm anbrüllen würde, jedenfalls dreht man die musik lauter, gießt sich noch einen drink ein und nimmt sich für den nächsten tag vor, seinem arzt die eigene diagnose mitzuteilen. andersrum wäre hart inkonsequent. immerhin.

i sing myself sick about you

dass vorgänge in der natur grundsätzlich analog (fließend) ablaufen – dass übergänge (in jeder dimension) also nichtdigital, nicht sprunghaft ablaufen – bekannt. geschenkt. dass digitalität eine erfindung der notwendigkeit ist, daten zu transportieren, ein theoretisches hirngespinst ("meinten sie hirnfick?") um analoge daten abbilden und übertragen zu können, aus der unfähigkeit heraus, mit vektoren bis rein in die atomare größenordnung zu gehen, dass alles gewissermaßen nur um AUFLÖSUNG geht – da wird’s dann schon interessanter, dachte er sich so beim aufwachen, zwischen morgenlatte und kaffee.

"hast du nicht gesagt, dass du eigentlich ganz anders bist? //
umstände hier haben sich ganz und gar vermischt." (karies)

wenn vielleicht das digital erlebbare, spürbare, also sowaswie überraschung oder spontaneität, die dann in allerkleinster granularität vielleicht auch "analog" ablaufen, aber eben in der sache plötzlich ("meinten sie sprunghaft?") wahrgenommen werden, mit schock, mit krassheit, wie eine verknallung oder eine idee – wenn all das mit digitalizität behaftete nämlich vielleicht gerade deswegen (und nur deswegen) so intensiv wahrgenommen wird, weil es versucht, das analoge und fließende abzustreifen, also weil es sich nur digital tarnt, indem es unnatürlich, ungewöhnlich rüberkommt: wenn man den effekt und die masche mal gewissermaßen rausrechnet bei einer plötzlichkeit, bei einem schock, bei einer verliebtheit, könnte dann unter umständen, ganz vielleicht, nicht die subjektivität schuld bleiben, also die begeisterungsfähigkeit und das staunen? beweislastumkehr pervers?

"it’s not the singer, it’s the song" (the walkmen), bzw vielleicht eben auch mal andersrum. wer weiß das schon, so zwischen morgenlatte und kaffee.

last seen recently

eines der probleme bei, beispielsweise, der suche nach einem guten (..) mischungsverhältnis, ist ja die veränderung der urteilskraft mit zunehmenden variationen/testexemplaren. will sagen: "je betrunkener, desto subjektiver der schnaps" ist halt auch nur eine variante von "je tiefer drin man steckt, desto weniger piert man ka". if you know what i mean, knicknack.

abstand, meine lieben hasen im publikum, ist aber -plot twist!- auch nur dann vonnöten, wenn es um eine wissenschaftlichpragmatische entscheidungsfindung geht, und also bei sagenwirmal emotionalen belangen ("meinten sie gefühlskacke?" – geh’ scheißen, google) in gewisser weise kontraproduktiv, i mean, je betrunkener man ist desto egaler halt auch die weinsorte, wa?

schrödingerkatzenesk geradezu lässt sich hier (wo?) wie fast überall (obacht: rhetorische übertreibung) kein mittelmaß finden, das zufriedenstellend antworten gäbe. schwarzweiß war halt schon immer angefuckingmessener als dieser graustufenkack, der in astrologie und lightprodukte gehört. tl;dr: entweder kopf oder herz. (die entsprechende betonungsverteilung für den vorangeganenen satz dürft ihr euch würfeln oder sonstwohinschieben. oder beides, in zueinander passenden anteilen. link in bio. miau.)

#twtd

man könnte da teenie‐emo‐gleichnisse draus stricken – wie man sich, früher, als es noch kein google maps gab, mit papierlandkarten ja auch gelegentlich verfahren hatte und das dann erst sehr spät bemerkt hat und dann umdrehen musste und genervt zu spät am ziel ankam, und wie man sich, heute, sofort beim falschabbiegen von einer app zusammenscheißen lassen darf, also gewissermaßen keine chance mehr auf verfahren hat, und, zurück zum gleichnis, wie man (those were the days) aus der möglichkeit des fehlers einen input ziehen konnte, wie man neue orte und stimmungen ganz nebenbei kennengelernt hat, aleatorik olé, und wie einem das heute in der hinsicht eben fehlt und man kaum noch inspiration findet durch überraschung, weil es eben kaum überraschung noch gibt, und, ja, wir kommen zum punkt, wie man diese erkenntnis dann auf älterwerden und kognitive langsamkeit geradezu überstülpt, und dann herauskommt: ihrwisstschon, skepsis und nostalgie, aber auch motivation dank erkenntnis, der erste schritt zur ichlachmichtot.

(die stimmen singen drüben auf der anderen seite /
heute ein lied, das du noch nicht kennst.)

mal im ernst. es gibt diese kleinen fremdausgelösten artefakte in einem durchschnittsleben – ein zufall hier, eine formulierung dort, ein songfragment im hintergrund, ein bestimmter geruch am falschen platz, völlig egal – an denen jedes halbwegs ernstzunehmende hirn in totalen zynismus umkippen MUSS, wenn es noch einen kleinen restlebenswillen hat. und den hat es ja gerade inhaltlich, WEIL da so ein erkenntnisgewinn vorausging. nee, halt, der lachmann schreibt wirr, ich drösel’ das nochmal anders auf: gegen das durchdrehen und überschnappen hilft ja tatsächlich, DASS man merkt, dass man durchdrehen und überschnappen MÜSSTE in einigen momenten. ja? nein? vielleicht? doch?

(ich leb in einem wilden wirbel der mich greift /
und mich aus der dunkelheit schleift)

"their loss", meinetwegen – hilft dann ja auch nur so lang man’s sich selbst nicht glaubt. henne/ei, wer war zuerst tot? perfidizität in großbuchstaben. nein. da fahren wir mit "those were the days" echt besser, dank unauslöschbarkeit (hausaufgabe: parallelen zu informationstheorie und datenkomprimierbarkeit stricken). jetzt, bald, immer.

(und wir, wir werden frei sein / und doch nicht unverbunden //
mit neuen strategien / und gefälschten biografien)

v0 vbr

(was,) wenn beispielsweise ein verlust mal nicht schlagartig und plötzlich eintritt, sondern schleichend, stetig? wenn sich der große knall so gedehnt hinzieht, witchtrapmethhouse‐esk, gestreckt über monate, so dass eben eine veränderung währenddessen kaum wahrnehmbar war und ist? wenn der knall zum anhaltenden ton mutiert, die stammfunktion des fühlens passiert, wenn überhaupt? wenn dinge ohne getöse wegbrechen, sondern einfach irgendwann nicht mehr da sind; was, wenn sich der verlust, das unglück, dadurch tarnt, indem es froschimkochtopfgleich leise und vorsichtig antritt, seinen triumph durch steten tropfen feiert? was, wenn man dann nach all der zeit trotzdem plötzlich diese täuschung bemerkt, wenn das unglück also nicht mehr als solches reinknallt, sondern genauso meta – wenn die erkenntnis, die reflektion, die überraschung irgendwann gewissermaßen den abdruck hinterlässt, den sonst und früher und eigentlich das ereignis selbst verursacht h{a/ä}tte?

(was,) und umgekehrt genau so, wenn man nicht kapiert, wenn und während etwas gutes passiert, wenn sich positive ereignisse genauso tarnen und mit babysteps artikulieren, wenn die wahrnehmung aussetzt weil es keine ausreichend deutliche veränderung wahrzunehmen gibt, wenn erst viel später und nur anhand des eigenen gefühls alles abgelesen werden kann? wenn man ausnahmsweise "realisieren" mal korrekt einsetzen kann, weil es die erkenntnis über glück ist, die glücklich macht? der selbstwahrnehmungs‐egotrip als introvert version von plumpem bauchgefühl?

ändert das was am handesüblichen gut‐ oder scheißefühlen, am ende ("des tages" ("schnauze!"))?

(und ist dann nicht der kurvenverlauf des integrals gewissermaßen genauso drastisch? macht man da nicht in all diesen fällen aus dem steten verlauf eine plötzlichkeit, damit man überhaupt etwas zu spüren hat? ist das vielleicht die unterbewusste methode, um überhaupt stimmungen und gefühle zu erkennen? oder ist die abtastrate (x‐achse) vielleicht nur zu hoch? 44.1khz full metal jacket? und hätte man, also ich, in der zeit, in der man, also ich, all diese blödrhetorischen (und dann auch noch als fragen getarnten) sätze aufschrieb sich nicht auch einfach mal gedanken über das eigentliche gefühl machen und es spüren und genießen können anstatt es meta aufzuschreiben und sich metameta bescheuert vorzukommen? für mich ’nen doppelten, bitte.)

ein jahr ohne herbst

und dann hält der tempel am ostbahnhof überraschend mal als lebensretter her, freitagnachts (auch das noch!), last night some djs saved my life, sozusagen, kurz vor dem "frühstück" gerade eben, denn: wenn man sich schon in menschen täuscht, dann halt auch in sich selbst, geschenkt, aber bei dunkelheit und bass ist man ja traditionell fokussierter auf das, was wirklich zählt, also fehlt, i mean, – das potential (aha!) zum herbst, den man so vermisst, denn die temperaturen tun diesmal nur so, als wären sie einer. mehr chaos, mehr weirdness, mehr kaputtness als unbedingtes ziel. weniger distanz, weniger ungelenke möchtesofuckinggerns, weniger bedenken und kopf. weniger sehnsucht, mehr versuche. und lieber mal konsequenzen aus der selbstwahrnehmung und situation. neue kontexte. (früher fand ich mich witziger.)

der true‐e herbst fehlt bisher, in diesem jahr, mir, und das heißt nun mal: es wird langsam zeit für ein neues mindset. ich altes streng’ mich an.

entwaffnung

liebe habe etwas entwaffnendes, las ich neulich, und ich traue diesem satz fast zu, nicht nur kognitives clickbait zu sein, sondern doch eher anlass und quelle für ein wenig mehr lebensbegleitung als nur ein facebooklike – liebe als "entwaffnung" zu deuten, also vor allem den punkt, an dem man selbst über den begriff nachzudenken beginnt, an dem er plötzlich da ist, und diese /plötzlichkeit/ zu deuten als lösung, als öffnung, als entschluss (auch und sogar bezogen auf den/die anderen an jener liebe beteiligten): eigentlich könnte man sich so doch mal von diesem kitschromantischen quark lösen, der liebe mit exklusivität (also: ausschluss /und/ einzigartigkeit) belegt, und sich hinbewegen auf eine weniger an der welt und sich selbst und den menschen krankenden möglichkeit, erfahrungen zu machen. entwaffnung, gewissermaßen: das drastische daran, die krassheit, wie man’s wohl nennt, also die argheit gewissermaßen, danach, bzw. AB diesem punkt anders auf die welt zuzugehen und mit der welt umzugehen – das riecht ja schon ein wenig nach meinem lieblingsthema potential, unterschied, spannung. und liebe als entwaffnung: weil man halt den stillstand nicht spürt, nur alles andere.

nähe

so ein plump hingeklatschtes like‐cta irgendwo bei facebook, ob denn nicht "jedes literarische werk" sowieso ein "fragment einer sprache der liebe" sei, das mir dann doch mehr gedanken macht als ich es vorher geahnt oder hinterher zugegeben hätte, also höchstens meta, bäm:

wenn alles "ein fragment einer sprache der liebe" ist, oder vielleicht eher noch: kein fragment, sondern ein *artefakt* (das trüge zumindest einen hauch mehr unabsichtlichkeit im subtext, bilde ich mir ein) – also ganz im banalsten aller woody‐allen‐zitate, love & death als antrieb von allem, das in der welt passiert – könnte man die banalität des gedankens vielleicht zumindest auf’s *passieren* lenken, also damit auch wieder auf die unabsichtlichkeit, will sagen: wenn alles, was gedacht wird, einerseits "passiert", und andererseits form, ausdruck, artefakt von liebe ist auf die eine oder andere weise (und liebe ja auch nur ..), würde das nicht liebe zu einer banalität machen wie atmen, furzen oder glotzen?

nein, weil: wenn alles (verkürzt:) liebe IST, entsteht ja auch eine neue terminologie, eine neue taxonomie, innerhalb dieser artikulation liebe. der maßstab wird anders, die granularität, die verändern sich, aus einszuzehnhochx wird einszuzehnhochy, man rutscht näher ran (oder weiter weg, je nachdem, als wer man sich sieht) –

i carved your name across my eyelids. jetzt, bald, immer.

when the sun hits

flashbacks als selbstwahrnehmnungskorrektiv – gewissermaßen das, was früher mal "man wächst an seinen aufgaben" genannt wurde, man heutzutage (altersweisheit -vs‐ altersmilde) aber eher unter hashtag progress läuft: "lerne und wachse". as if. aber eben doch – auf der ebene, die nicht kopf, sondern herz ist: merken, spüren, fühlen. und dann erst der kopf, hinterher, der eben nicht gegen das körperding mehr in den ring tritt, sondern klug genug ist (gemacht wird), mal seine schnauze zu halten und zu gucken, ob’s vielleicht doch auch anders geht als immer nur das chefding durchzuziehen. als kopfmensch, der man glaubt zu sein, zwar einer zu bleiben (notfalls per dekret und definition), jenem kopf aber nach all den jahren das meta‐ding aber mal so hinzuschubsen, zurechtzulegen, anzubieten, dass er per bauch oder herz oder empfindung (schnurz, eh alles der gleiche kiez) seine detailjustierung, vielleicht neuaufstellung, wenigstens mal zulässt: ist das next level shit oder bilde ich mir das nur ein, weil ich mich in dem kopfding so verheddert habe, dass ich immer noch zu wenig rest zulasse? (zumindest die fragestellung ist ja kein so schlechtes zeichen.)

einen anderen führungsstil mal abchecken – im hause selbst.

("mein therapeut hält dich für eine gute idee" steht auf einer dieser quatschpostkarten, die’s in cafés gelegentlich gab, bevor "sprüche"-pages auf facebook trend wurden. mein bester therapeut jedenfalls bin ja immer noch ich selbst, und wenn ich das herzding für eine gute idee halte, dann basta. es kann so einfach sein, wenn man mal die klappe hält.)

man kann mit händen übrigens auch tollere dinge machen als popeln oder tippen. kontrollverlust auf der hardware‐ebene: so geht’s los. wow.

(die dazu führen, dass wir uns finden.)

das herz rast und der kopf kokst, manchmal auch umgekehrt, weißwein ist im spiel, alles nur mittel zum zweck, jenem, der erst noch verborgen liegt und im nachhinein -viel später‐ für staunen und wundern sorgt, als antrieb und als offensichtlichkeit. so war das also, werden wir sagen, wenn wir versuchen, uns uns zu erklären. verwegenheit als vorstufe: ein bisschen irrlichtern, ein bisschen luftanhalten, ein bisschen taumel und ein bisschen wunsch, ah!, wunsch, der anlass des sogenannten kleinen mannes, und affekt, der zweck ebendessen, klein höchstens angesichts der möglichkeiten – ein bisschen puls also und ein bisschen mehr mut als sonst, den schwung des hinausfallens ("noch einen auf’s haus?") mitnehmen und dann vor dem späti landen ohne, endlich, den kopf und das denken.

im rückspiegel vermischen sich interpretationen und deutungen mit analysen und erklärungen, aber, obacht, wenn sich zwei rückspiegel gegenüber (einander) stehen, passiert ja zwangsläufig resonanz: als wären sich beide passiert, als würden sie abfärben, nicht mehr ein außen reflektieren sondern eine rekursion darstellen, für die sie eigentlich erfunden wurden, am ziel ("meinten sie zweck?") angekommen, wenn du denkst du denkst dann .. benötigt man ordentliches threading, oder eben aufgabe und hingabe. lieber letzteres, zwecks (!) feuerwerk. auch wenn man’s damals noch anders nannte.

sich gegenseitig die sehnsuchtversatzstücke vom körper lecken, wärme & irritation, strahlen und sprühen, enthusiasmus und unbesiegbarkeit, weihnachten und hinterhöfe: fremdgesteuert von diesem ding, das man so vorher nicht kannte, das da in einem wohnt, grinsenmüssen bei thenational‐lyrics und you know i dreamed about you, matt berninger hat sich nur unwesentlich verzählt bei den jahren before we saw each other, das ding also, das da in einem wohnt, das einem neu erscheint: plötzlich emojis, plötzlich albern, plötzlich plötzlich. nicht beendbare prozesse im taskmanager, keine sorge, der tut nichts, der will nur staunen. du fehltst mir. wie schreibt man zweifel? "wenn du lachst, gehen drei sonnen auf", übersetzt: kommt ein nordnorweger ins solarium.

kirmes im kopf und kopf in kissen und kissen als tippfehler. neue defaults, neue richtungen, neue prioritäten, neue probleme und neue körperwahrnehmung (nämlich: alles außer kopf, so ist das also). neue tiernamen sowieso ("erdbär"), durchseelte relevanz – verwegenheiten in jenem moment, deren möglichkeit, deren potential, deren ahnung so immens in die zeit hinterher leuchtet, dass neue begriffe benötigt werden, und textwürste und abstraktionen, und kärtchen und gefallen und verschiebungen von ebenen und bedeutungen. textur, tektonik, taxonomie: so ist das also, plötzlich. und über die sache mit den träumen ("wohin?" – "neukölln.") müssen wir auch noch mal dringend reden, also über die sache mit den einen fantasien und den anderen, vor allem den anderen am liebsten, und nicht nur reden, überhaupt, reden, allein das wort schon.

gelenkeknacken nicht mehr als übersprungshandlung, sondern als ganz absichtliches tool fast wie bei luziditäts‐checks: ist das echt? was passiert? schädel‐mrt vorsichtshalber. aber mit vagen vermutungen, wattig, nicht ganz greifbar, aber schon nicht mehr als monolog, dass da vielleicht in hirn+herz dieser schritt passiert (!) ist. wie bei einer fähigkeit, einer fertigkeit, einem wissen: plötzlich (!) ist es teil von einem, und umgekehrt, und es geht nie mehr weg, sondern weiter. jetzt, bald, immer.

("im blick nach vorn entsteht das g.." – schnauze. nur grinsen. und feuerwerk. mach’ mir nicht so viele gedanken.)

wörd mit ö.

feuerwerk

wenn sog. gefühle vielleicht (fast hätte ich geschrieben: jedoch) als ableitung von zuständen betrachtet werden – mathematisch gemeint, also als funktion, deren veränderung (nicht deren wert) entlang einer achse beschrieben wird – wenn gefühle also gewissermaßen (nur) ausdrücken, wie das (beispielsweise) bewusstsein, die wahrnehmung sich verändert entlang des außerhalb, in relation zur welt, die nicht man selbst ist –

wenn bei einer konstanten wahrnehmung (aka: alltag) gewissermaßen keine gefühle mehr mitspielen, wenn & dass (konkreter) ablehnungen oder sehnsucht, furcht oder liebe, dass all jene nur im rahmen einer veränderung stattfinden, und wenn also, eben drum, gefühle nicht nur plumpes symptom (eines zustands) sind, sondern wenn man banan‐, verzeihung, banal‐psychologisch -obacht!- als stammfunktion ein movement, einen fortschritt (egal in welche richtung), eine bewegung rausdeuten kann, anhand des auftretens von gefühlen:

das alles würde doch bedeuten, dass es da noch weitere ableitungen gibt, einerseits, gefühlsveränderungsanzeiger, second level feels, meta‐gefühle, beschleunigung vs geschwindigkeit, – und andererseits auch, dass da neun zehntel der menschheit (die neun zehntel mit den ratschlags‐kolumnen und den banalitäten, die neun zehntel wo romantik "rosen und kerzen" bedeutet, die neun zehntel, die traurigkeit als gottgegeben durchleiden, die neun zehntel also, die carpe diem für eine weisheit halten und schüsslersalze für inspiration) da gewissermaßen auf dem holzweg war, ist, und immer sein wird.

denn: es geht doch eher um die veränderung von furcht, um den kontrast zwischen angst und mut, um den wechsel zwischen zuständen, um die differenz zwischen gleichgültigkeit und euphorie, um den abfall oder anstieg von liebe. um’s werden, nicht um’s sein. sich passieren als ursprung, sich spüren als anlass, etwas wollen als antrieb.

also: wenn.

(ja: so sehr mehr und weiter rational verkopfen, bis man am ende schließlich wieder als gefühlsmensch dasteht: hashtag circlejerk.)

you had me at i had you at

die icd‐10‐volltextsuche nach "verliebt" ergibt null treffer. wollt ihr mich verarschen? // ".. machen sie bitte ihr wesen wieder zu ihrer existenz und nicht zu einem mittel", schreibt der hanseplatte‐newsletter. // parole ("meinten sie hashtag?") mittelbarer werden: vertagt.

weirdos gegen den rest der welt

erik enocksson hören und (sich, mich, dich) dabei permanent on the edge fühlen und theoretisch flennen, wegen der bezugslos‐unkonkreten emoscheisse, wegen dieses mitteldings zwischen bewusster/gewollter art (drauf) sein zu wollen einerseits und intuition und gefühl und bauch und antrieb andererseits, dieses kippen, diese fucking ambivalenz, aus der ich normalerweise blogkryptik klöpple. klöppele? herstelle. plötzlich montag, und plötzlich so ein kirchenchor mit orgeltüdelü, plötzlich macht mich das alle, fertig, kaputt, what the fuck, what the feuerwerk.

wir sind (uns ist) übel und gefährlich, hashtag entscheidungen treffen: the scariest shit of ’em all. genau so und nie mehr anders.