der bädschler (rtl), again

"wie wichtig ist dir die sexualität in einer beziehung?"

"es ist schon wichtig, sag ich mal, daß man sich auch im bett versteht." – "sexualität ist sicher ein wichtiges attribut." – "das möchte ich nicht gern beantworten." – "in einer beziehung geht's nichts ohne sechs." -"sex ist eine sache, das gehört einfach dazu." – "darauf möchte ich jetzt nicht so unbedingt eingehen." -"für mich ist sex sehr wichtig." – "das ist für mich schon wichtig." – "es ist wichtig." – "aber ich bin jetzt nicht jemand, der fünf mal am tag sex braucht." – "kuscheln find' ich noch wichtiger." – "also von hinten mag ich's am liebsten." – "wenn's beim sex nicht klappt, dann kommen die ersten hindernisse." – "wenn ich nicht mehr warten will oder kann, dann mache ich auch den ersten schritt."

zehn sogenanntwerdenwollende "damen" mit zentimeterdickem makeup und vor extrem unnatürlicher beleuchtung (als ob man sich nicht schon der story wegen wie in einem schlechten cartoon vorkäme) geben allgemeinplätze über's ficken ab, ungefähr auf einer intellektuellen ebene mit in eigeninitiative falsch-antrainierter kinderstube sowie schlechten kontaktanzeigen, wie sie gattinnen von faz-lesern schreiben würden, wenn sie sich jemals in ihrem leben sowas getraut hätten. während im off eine musik nervt, die beim gleichen sender für die gerichtsshows als zu seicht und für die seifenopern als zu nervös abgelehnt wurde, reden alle gestelzte und somit gänsehauterzeugende varianten hochdeutsch, nur um einen typen zu beeindrucken, der bei der besagten beleuchtung wie die nochmalige karikatur einer figur aus einem don-martin-comic aussieht (der hut fehlt, allerdings). während der zuschauer sich nicht recht entscheiden kann, ob ein kleines ins bild fliegendes und sächsisch redendes marsmännchen zur auflockerung der stimmung bzw verhinderung des brechreizes beitragen könnte, oder ob es dazu doch einer erschießung der für diesen abklatsch einer ausschließlich im vormittagsprogramm laufenden seifenoper verantwortlichen drehbuchautoren bedarf, eilt die story (wer hat da gelacht?) mit an kontinentaldrift gemahnender geschwindigkeit wieder einmal ihrem höhepunkt entgegen: der siegerehrung bzw dem rauswurf derjenigen darstellerinnen, die zu hohe gagenforderungen für die nächsten episoden hatten. kamera-aware setzt jede der beteiligten ein spontanes und natürlich wirkendes lächeln auf (und irgendwie mußte ich in diesem moment an schauspielschüler denken, die regieanweisungen mit-vorlesen) und unser super-ingo wird von einem moderator, der den begriff "metrosexuell" sicher kürzlich erst in der gala gelesen und für "total treffend!!" befunden hat, den inhalt des artikels seinem stylisten allerdings offensichtlich nicht hinreichend gut wiedergeben konnte, dazu aufgefordert, das wort "bachelor" doch einmal fehlerfrei an die tafel zu schr die vor ihm liegenden plastikblumen an die vorher festgelegten darstellerinnen zu verteilen und dabei auf gar keinen fall den unterkiefer zu bewegen, da sonst die mundwinkelaufhängung aus draht auf der kamerabgewandten seite des gesichts aus ihrer verankerung springt. und jeden moment hofft man, hape kerkeling (oder wenigstens elton oder karl dall?) reißt sich eine der perücken vom kopf und erklärt den spuk für beendet.

aber in diesem moment kommt erstmal werbung und ich kann erleichtert umschalten. vorher mußte ich wohl so eine art muskelkrampf in der fernbedienungshand gehabt haben, anders kann ich mir das einfach nicht erklären.

[auch in diesem eintrag hat unser zeichner sepp arnemann weblog-autor wieder einmal eine kleine maus einen so in der sendung nicht formulierten satz versteckt. finden sie ihn? auflösung im nächsten heft.]

 

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