gestatten

"entschuldigen sie – ist das rauchen hier gestattet?", fragt er, und allein für die verwendung des begriffs "gestattet" würde ich ihm eine ausnahmegenehmigung erteilen. der herr hinter der theke sieht das weniger poetisch und verneint ("leider", wieso leider?), während seine kollegin die schrulligkeit des gestatten-herrn in dem olivgrünen damen-parka offenbar ähnlich charmant findet wie ich, und ihm die milch und den zucker zu seinem kaffee an den tisch bringt, als wolle sie sich mit körperhaltung, lächeln und der tätigkeit an sich für das rauchverbot entschuldigen und um verständnis bitten. der ältere herr seufzt sichtlich aber unhörbar, steckt sein kippchen wieder weg und kratzt sich weiter sein unrasiertes kinn. wahrscheinlich ist er in einem alter, in dem man die phase des 'vielleicht doch mal mit rauchen aufhören' -wollens längst hinter sich hat und gewissensgut dinge einfach nur genießen kann. wenn man darf, versteht sich.

 

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