zur lage der nation.

vorübergehender formschinken. ungewohntes gefühl, ausnahmsweise täglich und andauernd dinge für die uni zu tun. quasi-freiwilligkeit. keine entschuldigung, eher eine erklärung. das hirn oszilliert zwischen angewandt/nützlicher und absolut sinnloser denke. entweder unikram oder extrembanalitäten. schlechtes gewissen wegen einer dämlichen webseite, wenig schlaf (und wenn, dann zu seltsamen uhrzeiten).

"kannst du morgen ausschlafen?"
"nein, hab' mir den wecker gestellt."
"weswegen?"
"da kommt eine sendung über schlafstörungen im radio."

freitag bei gina wild michaela schaffrath in erfurt gewesen. sie – irgendwo zwischen belanglos und nett, nicht weiter wild, stellenweise erschreckend überraschend sympathisch. das publikum – unter aller sau. kegelclubs auf betriebsausflug, übergewichtige mittfünfziger, schreckliche sexshop-autogrammstunden-atmosphäre während des gesamten programms, schnauzbartträger. zwischenrufe mit schwanzgrößen-angaben, goldkettchen überall, und dann noch die paar jugendlichen coupé-abonnenten mit oberlippenflaum, die sich wahrscheinlich eine post-show gang-bang auf der bühne erhofft hatten. und immer wieder diese gedanken, daß man die arme frau hier rausholen müßte. daß sie einem leid tut. daß man sich für das publikum entschuldigen sollte. das blümchen-syndrom.

ja.

filme sind ja auch am spannendsten in den ersten minuten, solang man noch nicht weiß, worauf sie hinauslaufen. in den momenten, in denen sich herausstellt, was der film bezweckt, wie er "klingt", wie er sich anfühlt, ob er sympathisch ist. ob man mit ihm für zwei stunden einen kaffee trinken gehen und über die draußen vorbeilaufenden menschen reden möchte. ob man mit dem film klarkommt, ob man sich vorstellen kann, irgendwann mal seine familie kennenzulernen. die "blind date" -phase eben. sich gegenübersitzen und auf kompatibilität warten. um sich dann, meist nach 10–15 minuten, entweder fallenlassen zu können oder einfach nach hause zu gehen und die zeit sinnvoller zu nutzen. dieser moment, der click, der impuls, der einem mitteilt, wie man sich versteht – atemberaubend. bei "lost in translation" wußte ich nach zehn minuten, daß ich ihn gut leiden kann, nach weiteren fünf minuten war ich verliebt. großartig. jede sekunde des films und in jeder sekunde charlotte und bob verstanden.

"wer zuviel zeit hat, über sich selbst nachzudenken, kann kein glücklicher mensch werden", sagte mir eine freundin kürzlich. stimmt nicht. selbstbeobachtungsmelancholie macht mich glücklich(er). lieber denke ich darüber nach, wieso es mir scheiße geht, als überhaupt nichts zu fühlen.

"do i need to worry about you, bob?" – "only if you want to."

 

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