stereo stress

jubiläum: gestern zum siebten mal (ich fand ja krumme und ungerade jubiläen schon immer sexier als die wohlbekannten) die französischen trommler live gesehen. diesmal in einer von erfurts scheußlichsten konzertlocations, und mit dem wahrscheinlich arschbackenverkniffensten publikum ever bei einem tambours-konzert. mittvierziger-studienrätinnen inklusive ehemänner, denen wohl irgendwer erzählt hat, daß man sich die tambours du bronx ansehen muß, wenn man zu faul/blöd/geizig für die cleane musical-variante ist, und die dann neben ihren immer wieder die brille zurechtrückenden gatten mit mittig zusammengefalteten takko-parkas mit flokatirand, sauber über die dauerhaft verschränkten arme gelegt, im publikum stehen und man in ihrem blick ablesen kann, daß sie sich mit einem bis drei prosecco(s?) deutlich wohler fühlen würden – nein, meine damen, wir sind hier nunmal nicht in der oper, nein, meine damen, man muß nicht wie angewurzelt auf einem fleck stehenbleiben, wenn die primär rhythmische musik anfängt. und man muß sich auch nicht ein komplettes konzert in hitchcocks '???'-pose ansehen. nicht mal in erfurt.

bizarr jedenfalls. auf der bühne dreizehn oberkörperfreie franzosen, die (und ich entschuldige mich schonmal im voraus für diesen klischeebegriff) "ursprünglichen" krach machen, indem sie primär auf fässern trommeln, dabei sichtbar schwitzen, es wird gebrüllt, es fliegen holzspäne, – und im publikum keine regung, nur braver applaus zwischen den songs. selten kam ich mir bei einem konzert so jung vor.

 

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