kennen sie den? wie fängt ein mathematiker einen löwen? er baut einen käfig um sich herum und definiert sich als außen.

manchmal wenn ich so unter der dusche stehe und mir die kniescheibe rasiere, oder eben bei vergleichbaren intellektuell anspruchsvollen tätigkeiten, ploppt mir immer wieder die frage in den kopf, ob ich glücklich bin. nein, eher – wann ich zum letzten mal glücklich war. immerhin scheint es schon so lang her zu sein, daß ich zu konkreteren antworten als "irgendwann in meiner kindheit" nicht mehr in der lage bin. natürlich wollte ich es so, und so gesehen -"ziel erreicht!"- bin ich natürlich glücklich zufrieden. aber diese einfache form von glück, dieses profane – am strand liegen, lächeln, keine sorgen haben – hatte ich das jemals? will ich das überhaupt noch? bin ich nicht schon zu alt für solche dinge? weil man irgendwann lernt, daß es sowas sowieso nicht gibt? ist glück nicht eher so subjektiv, daß die erwähnte form von zufriedenheit (erreichung aller äußeren ziele, d.h. in meinem fall hauptsächlich ein kerngesunder körper sowie keinerlei bindung an irgendwen) genau das ist, womit man auf "bin ich glücklich?" antworten müßte? könnte ich sorgenfrei überhaupt etwas empfinden, das man glück nennen dürfte? und wieso auf einmal wieder der ganze pathos, wieso diese poesie-alben-gedankengänge? und, vor allem: wieso stehe ich in der dusche und führe selbstgespräche?

nein, irgendwann strickt man sich seine glücksdefinitionen doch besser selbst. vereinfacht so manches, und das ist ja auch eine form von glück.

 

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