post-ostern ist die jahreszeit, in der der regen erfrischend, das fernsehprogramm unerträglich und die eier dick sind.

das flapp-flapp des ledermantels paßt sich dem schmatzenden geräusch der kaputten und pfützenwasserziehenden stiefelsohlen an und ergibt ein monotones, angenehmes geräusch beim laufen. hin und wieder fahren autos vorbei, und zusammen mit den sich im wasser spiegelnden teilweise sowieso nur noch schwach leuchtenden lichtern könnte man fast meinen, man sei auf einem plattencover von bohren & der club of gore gelandet, oder wenigstens in einem in einer metropole spielenden endzeit-/gothic-streifen (klingt "streifen" eigentlich arg "90ies"?). mit (m)einem hang zum pathos und zum verklären einzelner szenen einstellungen hätte ich jetzt gern, daß die strecke endlos, der regen an-dauernd, und jegliche ablenkungen (fortschreitende zeit, kälte, körperfunktionen) nicht vorhanden wären. gut, es müssen ja nicht gleich alle hinreichenden bedingungen erfüllt sein, für die notwendigen bin ich schon dankbar genug. für die fähigkeit, zu solcherlei einstellungen dann noch den richtigen song, den passenden rhythmus, den angebrachten soundtrack ins ohr zu bekommen, danke ich .. ja, wem denn? am ehesten noch meiner plattensammlung, fürchte ich.

und wenn man dann morgens gegen kurz vor sechs nach drei stunden spaziergang (klingt "spaziergang" eigentlich arg "70ies"?) am küchenfenster stehend den kaffee schlürft, den sonnenaufgang irgendwo hinter den feindlichen häuserfassaden vermutet und den vögeln beim brüll-contest zuhört, während die durchnäßten klamotten ("ich soll meinen ledermantel zumachen? bist du verrückt? wie sieht das denn aus?") gerade zum trocknen aufgehängt wurden, dann sind das diese momente, in denen ich sogar mal mit mir selbst zufrieden mit allem einverstanden bin. danke, welt, wegtreten.