the great commandment

schade bei einem auftritt von camouflage ist, daß fast jeder im publikum auf fast ausschließlich zwei songs wartet. schön bei einem auftritt von camouflage ist, daß die band das natürlich weiß. schade wiederum bei einem auftritt von camouflage ist, daß sie dieses wissen nicht besser einsetzt und die songs relativ "verloren" im set plaziert (einen mittendrin, einen als zugabe, talking about berechenbarkeit). schön, und ich meine wirklich schön bei einem auftritt von camouflage ist aber trotzdem, und das wiegt eigentlich alles unschöne auf, wenn beim ersten dieser beiden songs (und beim zweiten später eigentlich auch nochmal, da ist aber der kontrast zu vorher nicht mehr so stark) innerhalb von sekunden das publikum kapiert hat, daß es er jetzt kommt und sich sofort selbst eine gänsehaut verschafft. tausende (?) von menschen bekommen ein glitzern in den augen, als die ersten takte zu hören sind – fernab von jeglichem stadionrock-gefühl, viel individueller, 1000x individuell – da sind leute um einen rum, die eine ähnliche jugend hatten, leute, die mit der gleichen musik aufgewachsen sind, leute, die heutzutage irgendwie in die gothicszene oder artverwandtes gerutscht sind, leute, die auch nach so vielen jahren noch jede silbe der texte in vorschul-englisch mitsingen können. und man steht im publikum und grinst. ganz leicht nur. aber 1000x sanftes grinsen ergibt insgesamt trotzdem ein gefühl, das man spontan vielleicht nicht unbedingt mit einer messehalle voller schwarzkittel assoziieren würde. the great commandment. wie kitschig. wie richtig.

[und der rest des auftritts war übrigens klassisch so-la-la. also alles wie erwartet.]

 

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