intratextualität

wie jeder große geist (so müssen gute texte anfangen, dachte er sich) wachte auch er selten nie durch plötzliche laute geräusche auf, sondern ausschließlich aufgrund ganz subtiler veränderungen in seinem umfeld – dem langsamen einbruch der dunkelheit beispielsweise, oder einer um vielleicht 10 hz nach oben transponierten kühlschrank-brummfrequenz ueber mindestens mehrere minuten hinweg. er vermißte natürlich die millischrecksekunde beim aufwachen. die, in der andere menschen das hirn booten, sich am system anmelden, einloggen eben, sich in die aktivität hineinorientieren, aber dieses vermissen war wohl eher eine art neugierde. er hatte nicht den eindruck, dabei irgend etwas zu verpassen, und selbst wenn, eine zehntelsekunde pro tag, was war das schon?, im vergleich zum sanften wachdrang, zum mehrminütigen prozeß des aufwachens, den er genießen, auskosten, zelebrieren konnte. als antwort auf die frage, wieso er bei tageslicht grundsätzlich verschlafen und langsamtickend daheim herumsaß, mochte das nicht für jeden interessenten hinreichend einleuchtend sein, doch hatte es wenigstens diesen notwendigen charmanten unterton, durch den er – im zusammenbild mit all den anderen ticks, wie z.b. texte in der dritten person singular zu schreiben oder neologismen zu spontanisieren – als liebenswerter spinner durchgehen konnte. nicht immer, aber doch immer wieder.

 

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