gute laune as usual

normalerweise bin ich ja ein eher positiv drauffer mensch. oft hüpfe ich mit gar lustig bunten klamotten singend und pfeifend über eine sommerlich blühende wiese, maikäfer und kaninchen grüßen mich schon von weitem, aus dem off fidelt eine zigeunermusik in dur, und falls ich doch mal auf einem kuhfladen ausrutsche, lache ich nicht über mich sondern -natürlich- mit mir. ich bin ein kleiner sonnenschein, der im lexikon unter dem stichwort "gute laune" mit aufgeführt wird, der noch nie in seinem leben ein böses wort über irgendeinen mitmenschen verloren hat und um den, vor allem, negative gedanken von vornherein den größtmöglichen bogen machen, weil sie wissen, "hey, das ist gute-laune-frank, bei dem müssen wir's gar nicht erst versuchen". tirili, tirila.

und dennoch gibt es tage, an denen ist mein kleines wohlgemutes herz traurig gestimmt. ich meine nicht die tage, an denen mich der weltgeist wieder einmal zu provozieren versucht, indem er pausenlos jamba-werbung im fernsehen schaltet. da lach' ich doch drüber. auch der verkauf die gratis-beigabe der bild-zeitung bei kamps-einkäufen, die andere menschen den glauben an ihre artgenossen verlieren läßt und die zugegebenermaßen auch meine positive grundstimmung auf eine harte probe stellt, kann mich noch nicht dauerhaft erschüttern. ich hoffe bekanntlich immer auf das latent gute, auch in schwierigen mitmenschfällen. ebenso die existenz von offensichtlichen "how low can you go?"-experimenten wie "the swan" vermag mich nicht zu schockieren, halte ich mir doch einfach vor augen, daß so etwas nicht ernst gemeint sein kann.

aber: annett louisan.

diese himmelschreiende scheiße. dieser grauenhaft dämliche song. dieser pädophilen-pop-müll, den plötzlich sogar leute toll finden, denen ich mehr als zwei hirnzellen zugetraut hätte. dieses minderjährige blondinchen, das noch nicht mal den mund öffnen muß, um ihr anzusehen, worauf ihr image getrimmt wurde. dieser dreck, der es noch nicht mal wert ist, darüber eloquent fluchen zu wollen. dieses unglaublich hirnlose experiment, dieses ekelhafte brechreizerzeugende stimmchen, diese akustische weichzeichner-optik. daß mich dieser geistige furzknoten wütend macht, ist noch übermilde ausgedrückt. jeden, der diesen müll auch nur ansatzweise appreziert, möge doch bitte der blitz beim scheißen treffen. geschmackspolizei, hallo? dieser song ist so ein gottverdammtes, ekelerregendes, fürchterliches, entsetzliches, abstoßendes, verabscheuungswürdiges, widerwärtiges, häßliches und hassenswertes machwerk, daß mir .. jetzt wirklich die worte fehlen. wer diesen mist in meiner anwesenheit toll findet oder gar zu hören versucht, dem gegenüber werde ich, das verspreche ich, trotz anerzogener pazifistischer grundstimmung meinerseits körperlich ausfallend werden. und wenn ich mir dabei die fingerknochen breche, weil ich sowas noch nie getan habe. das ist es mir allemal wert. – daß auch scheiße existieren muß, glaube ich gern, aber das geht jetzt einfach zu weit.

(nicht auszudenken, wie der letzte absatz geklungen hätte, wäre er von mir an einem tag mit schlechter laune geschrieben worden.)

ich muß los, die wiese ruft.

 

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