an der wellnesstränke

eigenartige mischung aus langeweile, streß und angekotztheit derzeit. genug zu arbeiten tun, durch den wind mit kopf und herz außerdem, die passend positive herbstwinter-stimmung mag sich trotzdem noch nicht einstellen.

"und, seid ihr jetzt zusammen?"
"ja, ich bin total happy."
"merkt man."
"du klingst so .. beleidigt?"
"nein, das klingt immer so, wenn ich mich für jemanden freue."

jahreszahlen verwechselt. ich bin in einem alter, in dem man beginnt nachzurechnen, wenn man nach einer konkreten zahl gefragt wird. zu jung um kommentarlos würdevoll antworten zu können, zu alt um die antwort nicht in einen schlechten kalauer (marke "sie brauchen mir nicht über die straße zu helfen, meine grauen haare reflektieren ausreichend, bevor ich überfahren werde") zu verpacken. grübeln außerdem bei fragen nach der bisherigen andauer des aktuellen familienstands (pro single-seite knapp 5 minuten bei 45 rpm, macht bei meiner gefühlten lebens-umdrehungszahl also rund eineinhalb jahre) oder des aktuellen hormonhaushalts (gedanklich im vergleich zur 7inch eher analogie zum doppel-tapedeck mit hi-speed-copy-funktion hinfabuliert – rechenergebnis demnach irgendwo in der gegend um ein paar zu viele monate herum). überhaupt, zeitgefühl und perspektiven. meine eigene kleine relativitätstheorie, you can call me einkiesel. die zeit rennt und steht, je nachdem in welche richtung ich schaue. und wie viele augen ich dabei zukneife.

wiederentdeckung von musikmomenten, synästhesie-frank in aktion. das hat man nun davon, wenn man ausschließlich seine klassiker auf den musikbuddy überspielt – verzückungsmomente und erinnerungen bei fast jedem song. mittlerweile kaum noch eine längere autofahrt ohne parkplatzzwischenstop zum dringenden schwelgen in der eigenen kindheit jugend, oft auch "huch, hier bin ich schon?"-momente nach 100 kilometern reflexfahren während ebendiesem. das gefühl, am zielort dann eigentlich sofort wieder zurückfahren zu müssen, um wieder ins new-model-army-, annabelle's-garden-, dead-can-dance-, sisters-, depeche-mode- oder direkt irgendwo ins new-wave-alter zurückzukommen. sich beim hören mancher oneinamillion-alben aber zur ordnung rufen. ich kann zu fast jedem meiner tonträger eine kleine geschichte erzählen, aber nochmals erleben will ich sie -glaube ich- dann doch nicht mehr unbedingt. nicht mal die positiven. "captain future", der star meiner grundschulzeit, hat ja auch nicht mehr funktioniert, als ich ihn mit 20 nochmal gesehen habe.

erschreckende begeisterungsfähigkeit für fast schon irreale dinge derzeit. seltener und intensiver, die hochs und tiefs. geht in ordnung, leben. das rechtzeitige erkennen und damit-umgehen der jeweiligen momente lerne ich dann auch noch irgendwann. oder das nutzen des leerlaufs zum kraftschöpfen anstatt apathisieren, wenigstens. trans-formierung weg von "von allem ein wenig und nichts richtig" über "von vielem nichts und von wenig ein bißchen" hin zu "manches perfekt und vieles auch". stayen sie tuned, wir zählen auf mich (aufstehen, bevor der ringrichter "acht" sagt, das ist das wichtigste – ich stell' mir mal den wecker).

 

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