köln, auch

das erste mal in freier wildbahn "ordnungshüter" der art, wie man sie andauernd auf pro7 sieht, erlebt. ordnungshüter mit bestimmtem artikel vorndran, für-zucht-und-ordnung-sorgen-dürfende menschen mit fragwürdig eingetrichtert bekommener auffassung von zucht und vor allem ordnung. es gibt derzeit wenige formate im fernsehen, die noch ekelerregender sind und zweifelhaftere werte auf plakativer-hirntötere art transportieren als "the swan", aber dieser "aufpasser"-dreck (auf streife mit wachtmeister müller, unsere helden von der autobahnpolizei, der harte job der politesse, ordnungsamt-man to the rescue, ..) ist bestimmt eines davon. "junger mann, ihre café-tische stehen 50 cm zu weit auf dem bürgersteig. wenn das jeder machen würde, .. und ich muß sie daher zu einer ordnungsstrafe von .." – meistens setzt an der stelle der brechreiz, respektive der umschaltreflex, ein, an der der spannende bericht über einen un-angeleinten dackel oder einen geklauten regenschirm beginnt.

die fernbedienung hatte ich in köln leider nicht dabei. drei vergrünte und beschlapphütete wichtigmänner patrouillieren auf dem radweg und verdonnern radfahrer, die es wagen, ihre beleuchtungsfunzel nicht einzuschalten, während diese nachmittags auf dem radweg einer strahlend hell erleuchteten einkaufsstraße fahren, zu einer gebühr von weißnichwieviel. die oberlippenbartrambos werten mein ungläubiges staunen und kichern zum glück nicht persönlich, sonst hätte ich wohl auch zahlen müssen. später beim aufwärmkaffee mit blick nach draußen (toller bildschirm, aber scheiß-programm) vergleichbares am laufenden band – armen tröpfen, die bei rot über die straße rennen, um eine s-bahn zu erwischen, wird nicht nur letzteres vermasselt sondern der spaß auch gleich noch – wieso muß ich gerade an meine schulzeit denken? – mit einer standpauke sowie einer gebühr belohnt.

mit der begleitung während der ausschauhaltung nach kamerateams über prämiensysteme, einschaltquoten, werteverfall und blockwartmentalität diskutiert und zu dem schluß gekommen, daß ich weiterhin nicht in köln leben möchte (kühn verallgemeinernd und pauschali(si)erend, i know). kurz über dinge wie "eigentlich sollte man ja mal eine nacht seines lebens in einem knast verbracht haben" nachgedacht, die daraus resultierende wahrscheinlich notwendige gesetzesübertretung (mit offenen schnürsenkeln rennen? lautes lachen in der öffentlichkeit? taschentuchfreies niesen?) sowie die erwartung des kölner provinzknasts für nicht hinreichend spannend gehalten, mit "stay low"-attitude vorsichtig weitergelaufen und irgendwann dann schließlich doch an angenehmere dinge als "recht und ordnung" denken können.

[update: "scheiße, die bullen!", aus der taz vom 2.12. – danke an tim für den link.]

 

// !