tschilp

jeden morgen beim zuhören, wie das dorf aufwacht, die verschiedenen vogelstimmen erst nur im hintergrund, dann stärker wahrnehmen. dabei immer wieder an dieses interview, vor ca. einem jahr, von alexander kluge mit diesem ornithologen, dessen namen ich natürlich nicht mehr weiß, denken müssen, der über die forschungen im bereich der sprachentwicklung und kommunikation allgemein bei vögeln sprach. über zwitscher-dialekte, über geographische und "kulturelle" einfärbungen eines zwitscherns, über intonation und stimmlagen und bedeutungsunterschiede und sprachbarrieren. damals die ganze zeit gedacht, natürlich, wieso sollte es sowas auch nicht geben, erstaunlich eher, daß man vorher nie an so etwas dachte. und dann morgens um halb fünf am fenster stehen und zuhören. nicht auf die nerdige art, mit deutungsbuch und nachahmungstrillerpfeifchen, sondern einfach nur zuhören, als wäre es musik. ist es ja auch. und sich vorstellen, daß menschliches geplapper für die viecher auch "musik" sein könnte. und es immer weniger verstehen, wieso man grenzen zwischen geräusch, klang, ton und musik ziehen muß, ob dieser klassifizierungs- und distinktionszwang denn wirklich angebracht ist (keine antwort notwendig, vielen dank). e- und u-gezwitscher. (ornithologismen.)

 

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