(paß' auf dich auf.)

das kleine mädchen tanzt. ausgelassen und euphorisch. wie kleine mädchen, die denken, sie hätten gute laune, eben so tanzen. ich sehe sie zufällig von weitem, beobachte sie ein bißchen, und muß mich zum lächeln zwingen. ich kenne sie seit einem halben jahr, sie gehört zu den durchaus abzählbaren menschen in meinem umfeld, mit denen mich etwas verbindet, was über das identische hobby (oder dergleichen) hinausgeht, – ohne es genauer definieren zu können. aber seelenverwandtschaften bedingen ja auch nicht unbedingt immer eine gleichphasigkeit. lächelndes tanzen, tanzendes lächeln bei ihr, schwermut bei mir, weil ich ihr erklären könnte, warum sie lächelt. wie sie tickt. wie es ihr geht, hinter dem lächeln und dem übermut. ich müßte es nicht einmal, sie weiß es sicher selbst, aber der selbstschutz schlägt ja doch so schnell in selbsttäuschung um. auch da erfahrung beiderseits.

sie wird nicht verstehen, warum mich ihre art traurig macht. warum mich ihr draufsein runterzieht, in erwartung und befürchtung einer selbsterkenntnis. bald ent-täuschung, ganz klassisch, so wie man den begriff im deutsch-grundkurs schonmal auseinandernehmen mußte. wenn ich andeutungen mache oder vorsichtig konkreter werde, fällt sie mir ins wort und beruhigt, beschwichtigt. ist meta-cool, weiß das natürlich alles und tut dabei so, als wäre es ihr auch bewußt. daß das nicht der fall ist, merken nicht nur seelenverwandte.

wenn sie das hier liest, wird sie genau jetzt merken, daß ich sie meine. und das ganze nochmal von vorn lesen und mir dann eine lange mail schreiben oder anrufen und dabei all die verhaltensmuster durchmachen, die ich von mir selbst noch kenne, und die sie im gleichen atemzug abstreitet wie auslebt. so einfach ist das nur nicht, das mit dem sich-nicht-sorgen, nicht nur wegen der seelenverwandtschaft, eben auch wegen genau dieser eigenen erfahrung. der fallschirmspringer, dessen schirm sich nicht öffnet, der dann aber 50cm über dem boden noch denkt: "na, das stückchen schaff' ich jetzt aber auch noch." – vielleicht eben ausnahmsweise mal nicht nur den moment betrachten, sondern sich als resultat sehen? und die konsequenzen ziehen, anstatt nur konsequent sein?

und sie wird weitertanzen und mich weiter traurig machen. aber wenn das die einzige möglichkeit sein sollte, ihr ihre eigene traurigkeit zu zeigen, – jederzeit und gern. anders geht's ja offenbar nicht. (life, love, adventures, – und noch so viel mehr.)

 

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