übrigens: 2006!

quersumme 8, und auch sonst optisch nicht besonders hübsch, diese zahl. haben gerade zahlen aber eben so an sich. und so gesehen muß 2005 ja besser gewesen sein als 2006 es jemals werden kann, ich könnte also eigentlich schon im januar mit dem jammern beginnen.

was war 2005? das verfickte studium beendet und umgezogen bzw. endlich heimgekommen in die große stadt. läßt sich sowieso nicht mehr toppen. (seit wochen streitet sich ein nicht unwesentlicher teil meiner synapsen über einen ungefähr 37mal von mir angefangenen blog-eintrag, an dem ich kurz vor schluß immer etwas auszusetzen habe – der es einfach nie "perfekt genug" ausdrückt, was ich an berlin mag, wieso ich hierher gehöre. muß ich wohl noch warten, bis der text sich vielleicht endlich mal schreiben läßt (lies: mir die erlaubnis erteilt, ihn zu schreiben). aber das nur am rande.)

nein, 2005 war offenbar gar nicht so dramatisch scheiße. zwar fallen mir um's verrecken keine 10 platten ein, die wirklich einer jahres-top10 würdig wären, und selbst wenn, sind es nur solche, die man irgendwo im laden ™ bekommt und sich nicht in japanischen fanzine-mailorders bestellen muß oder bei ebay als rarität von einem verrückten aus mexiko selbstimportiert – nein, nur das langweilige zeug, das wahrscheinlich auch in der spex auftaucht und von dem jedes durchschnittliche indiepopmädchen längst die lyrics auswendig kann. ich bin langweilig geworden, was das angeht. nichts gegen die spex. aber das eigene distinktionsbedürfnis wächst nunmal auch mit dem alter. so gesehen ja nur konsequent.
david judson clemmons natürlich, weit vorn auf platz 1. die beiden metric-alben, mit denen mich, und nicht nur mich, die a-list-bloggerin aus freiburg infiziert hatte. "insen" von ryuichi sakamoto & alva noto, die wahrscheinlich wärmste cd seit jahren bei raster-noton. the one ensemble of daniel padden, indie as fuck bezüglich meiner musikalischen subkultur und eben trotzdem so geil.
bei bands wie maximo park ist ja schon die zweite meta-eben des coolfindens (ich mag die band, obwohl mir bewußt ist, daß ich es eigentlich für viel zu dogmatisch halte, würde ich sie nur deswegen nicht mögen können, weil sie jeder mag) uncool, die editors haben ein halbes killer-album rausgebracht (nämlich ungefähr die erste hälfte), und arg viel mehr war schon gar nicht mehr, 2005.

"i love everything about you that hurts".

kreativ sein klappt nur unter druck, output funktioniert nur mit antrieb. erst kürzlich wieder eine, ha, "diskussion" darüber, wieso ich mit guter stimmung nur klarkomme, wenn sie ungewollt auftritt. wieso ich besser funktioniere, wenn ärger, kummer oder schmerz mit in der luft liegen. wieso ich nebel für vollkommener, nein, für konsequenter halte als sonne, wieso regen nieseln (und immer vorhanden) sein muß oder sollte, wieso ich dämmerungen liebe. schwebende zustände. bewegung seit- statt vor- oder rück-wärts. ("we love the winter / it brings us closer together", und wer die songzeile erkannt hat, darf sich nun ein blaues gummibärchen kaufen gehen.)

im ernst: vollkommene und/oder positive dinge sind mir einfach unheimlich. so funktioniert das einfach nicht. alles. und so gesehen hast du alles richtig gemacht, 2005. die angebrachte dosis von allem. und wenn ich mir von 2006 etwas wünschen dürfte, dann, daß es so weitergehen soll, wie 2005 aufgehört hat: genauso wunderbar großartig toll beschissen wie 2005. und in diesem satz gerade eben war kein einziges milligramm ironie.

 

// !