nachtleben

der vollgestempelte handrücken als aktivitätsanzeiger für die teilnahme am nachtleben, als indikator für soziale akzeptanz, aktive und passive (und als testobjekt für seife/duschgel nebenbei, natürlich). man wartet auf die dämmerung, man kehrt sich um, man funktioniert anders. man vertauscht die ursprünglich antrainierte bedeutung von tag und nacht. und irgendwann verwechselt man das mit dem "leben" – kein problem aber, of course, solang man noch selbst bewußtsein hat. eines der /städtischsten/ merkmale überhaupt, im ganz ursprünglichen sinn: die möglichkeiten, die chancen, das potential – auch im eigentlichen, ursprünglichsten sinn des wortes, als gefälle, als unterschied an spannung, bedeutung und aktivität. magnetismus, nachgeben oder standhalten, oder vielleicht besser wie eine flipperkugel, selbstverunsicherndes verhalten, lebe wild und gefährlich, genau. man strahlt leuchtet eben heller, je dunkler das umfeld ist. man fühlt sich explizit, in der nacht. da draußen. nicht gerade bei parties, bei empfängen, in kneipen oder auf konzerten. sondern vor allem im nebel, im nebelartigen. man beginnt, sich nur noch zu spüren, wenn man von außen auf sich schaut, und dazu ist in einer neubauwohnung eben kein platz. abstand von sich selbst, nicht wegen der außenwirkung, sondern wegen der beobachtung der eigenen funktion. bei nieselregen während der dämmerung in der s-bahn sitzen und sich gleichzeitig verlieren wollen und so intensiv bewußt sein wie sonst nie. gelebte relevanz, eigene relevanz. "tragisch" in der positivsten aller möglichen bedeutungen, wahrscheinlich. also so wunderbar, wie es wunderbarer kaum sein könnte. ich liebe diese stadt, nach gerade mal fünf jahren monaten ("did you mean: fühltemperatur").

(ja, ich bin nüchtern.)

 

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