psychogeographie

charakteristisch war auch eine aufforderung der situationisten, sich absichtlich in fremden städten zu verlaufen, um sich neuen entdeckungen, erfahrungen und zusammentreffen auszusetzen, oder dort stadtpläne anderer städte zur (des-)orientierung zu nutzen. nach ihrer auffassung war der städtische bebaute raum der sichtbare ausdruck jenes (über-)rationalen denkens, das sie kritisierten. jedes gebäude wie etwa plattenbausiedlungen oder einkaufszentren transportierte demzufolge ansichten über menschen (..), und unterschwellige vorgaben an dort verkehrende menschen, sich auf bestimmte weise zu verhalten.

neues wort gelernt: psychogeographie. (vgl auch: florian rötzer (mentaler exkurs: unbedingt dran denken, bei gelegenheit mal zu versuchen in worte zu fassen, warum rötzer einer der wenigen letzten lesbaren telepolis-regulars geworden ist bzw wieso wolf-dieter roth unglaublich langweilt) in telepolis (aha!) über emotionale stadtkartierung).

außerdem in abteilung 17/4.d meines hinterkopfs, schon länger: mal ergründen (ein begriff, der bei der wahl zu meinem begriff des monats übrigens ziemlich gute chancen auf einen zweiten platz hat), wie die eigene stadtwahrnehmung funktioniert. nicht nur "sich selbst von oben sehen", sondern eben auch die abläufe beim /verknüpfen/ zweier bekannter gegenden oder mal mehr auf sich selbst zu achten beim – nun ja – heimkehren eben. meta-wahrnehmung notieren. wahrscheinlich ungefähr so schwierig, wie über sich selbst objektive dinge zu schreiben. aber nicht ganz so unnötig immerhin.

ernst beiseite: bei nächster gelegenheit dringend mal wieder in eine neue stadt fahren und auf die art (den stil, den typus) der eigenen wahrnehmung auf allen (haha) ebenen (also primär akustisch und optisch, i suppose) achten. selbstgestellte hausaufgabe: das alles in worte fassen und versuchen, in berlin (oder, schwieriger: karlsruhe) diese art der wahrnehmung zu forcieren.

best things in life are three.

 

// !