ursprünglich geplanter dokumentations- bzw. fußnotentext des telekom-features "rückruf bei besetzt" aufgetaucht (oder: kurzer beitrag zur originalisierung von alltagsgegenständen)

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sie möchten einen telekommunikationsteilnehmer zur weißglut treiben und seine verbalausfälle dauerhaft speichern? nichts leichter als das. rufen sie den teilnehmer einfach in einem moment an, in dem er gerade ein telefonat führt, sein anschluß also besetzt ist. aktivieren sie nun das oben beschriebene feature, "rückruf bei besetzt", und achten sie im folgenden darauf, daß ihr (lokaler/hardware-)anrufbeantworter aktiviert ist. vergessen sie nun den aktivierten rückruf und verlassen sie nach einer halben stunde die wohnung.

sobald der anschluß des gewünschten teilnehmers wieder erreichbar ist, findet bei ihnen der rückruf statt. ihr anrufbeantworter wird diesen beantworten und während des eigentlichen rufaufbaus seinen ansagetext in die noch tote leitung pusten. bei korrekt konfigurierter (evtl fine-tuning notwendig!) ansagenlänge beginnt nun die aufnahme genau in dem moment, in dem der teilnehmer auf das rufzeichen reagiert und sich von einer stummen leitung (aber mit rufnummernübermittlung – daher ungeeignet für performance-kunst, scherz-aktionen oder bewerbungsgespräche!) angerufen fühlt.

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(kurz vor drucklegung dann aber wieder verworfen.)

[aufbauseminar "soziologische phänomene mobiler telekommunikation", zweites semester: notieren sie die inhalte der nachfragenden mobiltelefon-anrufe der testpersonen im anschluß und vergleichen sie diese mit den aufgenommenen satzfetzen auf ihrem heimischen anrufbeantworter. beispiel: "wieso rufst du mich an und sagst nix?" vs. "was soll der scheiß?"]

 

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