listening?

damit das klar ist, ich bin nicht enzensberger. das altmänner-gequengel über "akustische umweltverschmutzung" soll hier nicht nerven. die absichtsvolle akustische und musikalische gestaltung öffentlicher räume ist nur für leute grundsätzlich falsch, die auch das ungestaltete nicht hören können. in dem öffentlichen chaos aber aus planvoll eingesetzter muzak, zufälligen, von lifestylefaktoren, jeeps oder boomboxen verursachten sounds, dem seltsamen gesäusel aus imbißstuben und dem tief treffenden, aus irgendeinem kurz geöffneten fenster dringenden ton aus irgendeiner kinderzeit konstelliert und gruppiert sich genausoviel schönheit und häßlichkeit wie auch unter den visuellen eindrücken einer stadt.

[ – diedrich diederichsen, musikzimmer – avantgarde und alltag ]

 

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