glückskekse zwonull

neues aus der metroprovinz: das hier im erdgeschoß ansässige "massagestudio" bietet neuerdings offenbar auch "hellsichtiges kartenlegen zu vernünftigen festpreisen" (also 20€) an, laut eines selbstgedruckten (– zu meiner zeit nannte man sowas noch coreldraw-vorlage, also die din-a4-entsprechnung zum synthie-preset gewissermaßen, jedenfalls –) und in klarsichtfolie gezwängten aushangs direkt neben der handgeschriebenen öffnungszeitenübersicht. schon immer gewesen, der laden: ein faszinosum. kein schweinkram einerseits, keine kassenzulassung andererseits, daher wohl günstig/billig und irgendwo zwischen esoterischem handauflegen und aromatherapie angesiedelt. trotzdem nie kundschaft.
wenn ich daran vorbeilaufe, sitzt fast immer eine gelangweilte, bunte-/gala-lesende, latent moppelige dame vom typ "lexus-fahrende russin" auf dem sofa im fenster, der man in der tat – dank astro-tv-vorbildung – auch eher kartenlegen als rückenmassagen zutraut. zumal die im fenster gleich neben den räucherstäbchen stehende winkekatze entweder auch keine hoffnung mehr für das florieren (die floration?) des unternehmens sieht oder doch zumindest seit wochen mit unausgewechselter batterie ganz unwinkig vor sich hin starrt.

sobald die "betriebsferien" rum sind, muß ich unbedingt mal 20 euro verprassen. (wenn schon vielleicht nicht aus nächstenliebe bzw. mitleid, dann doch wenigstens aus neugierde und langeweile. wer braucht da noch questico, wenn die halbseidenen gestalten schon im eigenen haus, äh, hausen? eben.)

 

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