phantom/ghost & dietmar dath, volksbühne, 20071113

und noch während ich mir überlege, ob das da vorn auf der bühne jetzt ein phantom/ghost-konzert mit dietmar dath als lesesupport ist, oder eine dath-lesung mit phantom/ghost-bonustrack, ..; und noch während ich darüber nachdenke, wie anders dieses konzert wohl wirken würde, wenn es nicht bestuhlt wäre, also in einem ganz anderen /setting/ stattfände, ..; und noch inmitten der musterung jedes einzelnen schräg unter mir sitzenden, denn ich hocke auf der treppe und fühle dabei den charme des außensitzenden in mir aufsteigen, irgendwo zwischen coolness und einsamkeit oder eben genau in der schnittmenge dieser beiden begriffe, ..;

während all jenem bemerke ich, wieviel ich verpaßt habe und verpasse und immer wieder verpassen werde in all diesem kulturbetrieb, in all diesen booking-stunts und gästelistenschwoofs und in all jener mitte-kacke. während auf der bühne dirk von lowtzow den begriff "zartheit" so deutlich darstellt wie ich es musikalisch selten auf einer bühne erlebt habe. während fast das ganze publikum, und bei der volksbühne will das schwer (..) was heißen, während also fast das ganze publikum gerührt zu sein scheint, angesichts der toll-heit dieses auftritts, und dirk von lowtzow scheint ebenso gerührt, immer noch und immer wieder, daß da menschen für ihn sitzen und ihm zuhören, zuhören wollen, daß da menschen ihren abend /opfern/, um ihm, bitte in großbuchstaben denken, zu-zu-hö-ren verdammtnochmal. und das ist alles so fragil und so groß gleichzeitig, und so überhaupt nicht "großartig" oder "umwerfend", sondern eben vielmehr wahrhaftig und toll und "ui", – während (!) also all dem sitze ich am rand, schräg oben auf der treppe, genieße die lockerheit, die in der zigarettenluft liegt, genieße die lächelnden menschen um mich herum, genieße das setting und die erinnerung an den gerade vorher gelesen habenden dietmar dath, genieße die eigene immer noch nicht totzukriegende leichte nervosität während des /ansprechens/ von menschen. ich genieße /mich/ mit all den verqueren gedankengängen und verstolperungen, – und wenn phantom/ghost das geschafft haben sollten, dann ist das doch wirklich eine ganze menge.

 

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