teil 6: we know where you sleep

und gegen halb drei dann fragt, nein, konfrontiert er mich damit, daß es in meinen texten doch sicher um ein mädchen ginge, in letzter zeit. "es geht /immer/ um ein mädchen", antworte ich, komme mir dabei schrecklich altklug vor und als würde ich nur einen bestimmten stil kopieren, schiebe es aber im affekt auf die kombination aus schmerzmittel und gin tonic und die fürchterliche party, bei der wird gerade surviveln. und affekt ist immer gut, das hatte ich mir kürzlich zurechtgelegt. affekt trägt etwas schönes in sich, affekt ist eine übersprungshandlung mit vornamen, affekt ist die indie-variante von spontaneität. wo doch spontaneität selbst schon so ein grauenhafter und geradezu spießiger begriff geworden ist. affekt ist der charme des moments.

"it's easier to see patterns if they're not ours", und mit den notwendigen anteilen selbstbetrug und schizophrenie, die man so braucht zum überleben in den nächten, versteht man dann plötzlich auch den grund für diese eleganz, die man im affekt sieht: man trifft ihn einfach viel zu selten an. nur noch bei sich selbst, und da langweilt er, weil er nur gedeutet, aber nicht interpretiert werden kann, denn /so/ schizophren ist man eben doch noch nicht. aber bei all den anderen menschen: der kalkulierte affekt, die selbstbeherrschung, der macht eine party zu einer schlechten. und nicht der dj.

(tbc)

 

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