taiwan (11) – die sache mit dem essen

vielleicht sollte man aber auch im langweiligen leben daheim öfter mal luxusrisiken eingehen wie hier: dinge essen, von denen man den namen nicht kennt, und die dann entweder erstaunlich gut, erstaunlich langweilig, erstaunlich ekelerregend oder eben erstaunlich erstaunlich schmecken. genau wie man auch leute aus indien, frankreich, taiwan, australien, kolumbien und österreich kennenlernt im persönlichen austausch und im rahmen der konferenz, – genauso lernt man auch den umgang mit den chopsticks, die kommunikation im restaurant, die no-tipping-gepflogenheiten: ganz nebenbei, ganz subtil, also so, wie es am einfachsten ist. und dinner-varianten, die man sich dann vornimmt auch in berlin mal auszuprobieren. 10-gang-menüs mit lustigen seegurkensuppen und erbsen-dessert. und auch immer wieder erfrischungstüchlein, schlimmstenfalls die von hello kitty.

aber vor allem die lokalen spezialitäten, an die man sich beim frühstücksbuffet im hotel immer noch nicht so ganz rantraut german cuisine ("hast du schon von den spinnenbeinen probiert?" – "nein, ich wollte erstmal von dem glibberobst versuchen."), das legendäre "stinky tofu" (das zugegebenermaßen schlimm riecht, aber eben auch nur harmlos tofuesk schmeckt), das dunkelgelbe zeug mit dem frosch-cartoon auf dem dazugehörigen schild, von dem keiner so genau weiß, wie er die zusammensetzung beschreiben soll. oder die kandierten tomaten mit schwarzem irgendwas, neben den blutwurstartig aussehenden frittierstäbchen. und der milchige tee mit schwarzen flummi-bröckchen drin. und vor der ankunft nimmt man sich noch die klassischen reiseführer-tips zu herzen (nur dort essen gehen, wo auch einheimische sind; nur dort essen gehen, wo es nicht /zu/ sauber ist; ...), aber nach zwei tagen spätestens wirft man all das über den haufen, weil man selbst erstaunt ist, was der eigene magen so alles verträgt. ohne tabletten, ohne gewöhnung, ohne brechreiz, weil und wenn man nicht großartig darüber nachdenkt, wie das viech vor der zubereitung mal aussah. vegetarier-sein kann man dann ja auch wieder zu hause.

eigentlich wird nächste woche das schwierigste sein, back home, nicht noch mehr zum klugscheißer zu werden als man es sowieso schon ist: nicht im asiatischen restaurant andauernd anmerken zu wollen, daß es in taipeh viel leckerer und abenteuerlicher war. zieh' dich schonmal warm an, monsieur vuong.

 

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