auf dem heimweg im taxi sitzen und ungeachtet der eigentlichen selbstwahrnehmung als wetterberichtscholeriker auf einmal den schnee verstehen. also: nicht den informationsgehalt überinterpretieren, überhaupt auch nicht die situation "huch, es schneit!" meinen, sondern – einen dieser momente erleben, die an kitsch kaum zu übertreffen sind. der taxifahrer hört radio paradiso, es läuft "bright eyes (burning like fire)", natürlich, und die schneeflocken wirken dazu ungefähr so, als hätte jemand den schlechten "starfield"-screensaver in zeitlupe abgespielt. nicht den schnee an sich, sondern plötzlich das /situative/ schätzen, als würde man das nicht sowieso schon so oft wie möglich im leben praktizieren; aber vielleicht ist es dann ja auch die überraschung über einen selbst, wegen der man staunt. schnee nicht faktisch, sondern szenisch verstehen. während art garfunkel singt und man sich sowohl schwer uncool als auch unglaublich abgeklärt vorkommt. gleichzeitig.

und das still gedachte dann auch wirklich laut aussprechen, denn die wette gegen sich selbst ist eh längst verloren: den taxifahrer darum bitten, noch eine runde weiterzufahren, denn der song ist ja noch nicht zu ende. das lächeln beim aussteigen später ist dann auch zur einen hälfte ein ironisches, zur anderen ein ernstgemeintes. so ernstgemeint ein lächeln eben sein kann. aber das wichtigste dabei ist eben doch immer wieder die musik.

 

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