erinnerungsmaschine

a place to bury strangers

wir basteln uns einen konstruktivismus. erfinden phänomene und resultate, verketten geschichten und personen miteinander. knüpfen und weben. wir bieten schließlich nicht mehr, sondern wir steigern. die arroganz ausleben und sie dekadenz nennen, und manchmal auch andersrum, wer weiß das schon, und zu jeder äußerung und zu jeder konstellation gibt es dann irgendeine theoretischen unterbau, der paßt.
der zufall wird aus-geblendet, indem wir die leistung der halogenstrahler so hoch drehen, daß wir dabei lachen müssen. alles nur für's jahrbuch. damit wir uns eine drittel generation später einreden können, wir hätten das erlebt. wir hätten das gespürt. dem fortschritt die leugnung: progressing the inner self, gerade so als wäre es ein schlechter mathematikerwitz. besteficken nach der party. dem sonnenaufgang eine verklärung: suggestion auf eine art, die wir positiv belegen, schließlich kann das "selbst-" am anfang auch gut weggelassen werden. umdribbelung der hürden, kein darüberspringen. der hürde kann's ja egal sein.
keine statik mehr, nur noch kräfte und diagramme und beschreibungen. wirrniss mit komplexität verwechseln, anstrengung mit coolness. tagsüber ist uns das peinlich, oder wir ignorieren es gekonnt, dank ablenkung vom wesen, vom eigenen, von dem der dinge, von dem der welt um uns herum. und nachts haben wir dafür diese kurzen momente, glimpses, in all die spuren, die wir selbst getreten haben, in die furchen, die wir anderso hinterlassen haben, in die semantik der fremden blicke. dann erschrecken wir. aber kleben diesen schreck zu all dem anderen mist ins diary egal welchen mediums.
ich habe so viel verlernt.

 

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