liebes tagebuch.

als ich heute früh nach hause kam, war der fernsehturm verschwunden. der fernsehturm ist sonst immer das letzte, was ich sehe, bevor ich die haustür aufschließe, der anblick des fernsehturms gibt mir eine sonderbare ruhe und zufriedenheit auch nach verkackten abenden und dazu noch ein noch viel sonderbarereres gefühl von zuhausigkeit. heute war der fernsehturm verschwunden, im nebel, den all die vollidioten zwischen ungefähr 20 und 3 uhr in der eigenartigsten nacht des jahres so verfeuert haben.

dabei bin ich gar kein klassischer silvesterhasser. der jährliche vorsatz, um 22 uhr mit schlaftabletten und ohrenstöpseln schlafen zu gehen, ist kindisches kokettieren, und genaugenommen mag ich ja diese energie, die überall in der luft liegt. das wache, das exzessive. das sich dann in überall hinkotzenden deppen, brüllenden prolls und noch viel eigenartigeren sozialritualen äußert, meinetwegen, aber dem kann man einigermaßen aus dem weg gehen. allem. und an der energie, am /potential/ dieser nacht, an der ladung und spannung ändert das nichts. meine silvesternacht dieses jahr war auch überhaupt nicht schlimm: in kreuzberg auf einem dach im ca. sechsten stock gestanden; arcade fire gehört; knallerbsen geworfen; noch quer im raum stehende bzw im magen liegende dinge von august/september endlich mal -mittels angeschickerten aber ehrlichgemeinten geständnissen (live, nicht per mail!)- aufgeräumt; wunderkerzen angezündet; eineinhalb mal frisch verknallt; mich nur minimalst per sms/telefon kurz nach mitternacht zum affen gemacht; auf den zu-fuß-heimwegen mehr arcade fire und springsteen und gisbert zu knyphausen gehört; .. – ich hatte schon schlimmere jahre, und genaugenommen war's dann doch ein sehr inneres und ruhiges silvester.

aber das mit dem fernsehturm geht so einfach nicht. das muß sich ändern bis ende 2009, ja? der hat gefälligst sichtbar zu sein, wenn ich heimkomme! fuck, ey.

 

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