musik der zeit // ("wenn ich mal groß bin, möchte ich eine plattenrezension werden")

gute menschen dieser welt, hört white lies. white lies - to lose my life (cover) sehr lange zeit völlig an mir vorbeigebloggt worden, so daß ich für ein paar tage lang sogar der illusion erlegen war, ich hätte einen schwer unbekannten geheimtipp entdeckt. und auch wenn dem nicht so ist: schon sehr, sehr lang keine band mehr gehört, die so niedlich britisch und putzig düster klingt. zuletzt vielleicht die editors. also so, als würde man den jungs ernsthafte melancholie natürlich nicht abnehmen, aber zumindest die absicht, den willen, die richtung. mit den editors und den killers als vorbilder, und vocals, die jedem kind der 80er sofortige talkingheads-assoziationen in's ohr treiben. mit einer interpol-esken anmutung im band-design, mit cryptic/shallow lyrics (je nach hörstimmung), mit aalglatter produktion, aber genau der richtigen dosis von /allem/. im märz im lido.

gute menschen dieser welt, hört bitte auch glasvegas. glasvegas (cover) vor wochen noch ratlos dem album gegenübergesessen und es als "müde variante einer jesus and the mary chain coverband ende der 90er" beiseite gelegt, aber vermutlich mußte es erst januar und seltsamwetter werden, vielleicht braucht auch diese platte nur das richtige setting: ja, es ist irgendwie shoegazig (- muß ich erwähnen, daß ich gerade mehrere sekunden darüber nachgedacht habe, ob zwischen i und g noch ein e hinpaßt?), es ist irgendwie auch ein insel-hype und es ist mir alles auch noch ein bißchen rätselhaft, sogar daß das konzert im magnet vor ein paar wochen ausverkauft war. gerade als shoegaze-simulation, als soundtrack für wetter zum heldenzeugen (also während jenem wetter, bei dem eh nichts anderes spaß macht), und ausdrücklich nicht-live – da funktioniert das ding doch erstaunlich gut. sounds like matthew bellamy auf lsd; als hätte eine popband beschlossen, auch mal bei pitchfork erwähnt werden zu wollen; als wollte da irgendwer beweisen, daß es nicht nur mehr als schwarz und weiß gibt, sondern sogar ausschließlich nur grautöne dazwischen. im freien fall durch den nebel, lächelnd, of course. mir ist das unheimlich, wenn ich bei einer platte nicht genau sagen kann, warum sie mir gefällt. aber die unheimlichkeit imponiert mir schonmal sehr.

gute menschen dieser welt, hört schließlich noch mono. einfach nur so, weil bald das neue album "hymn to the immortal wind" kommt (mp3 ebendort), und die band im april auch wieder nach deutschland, und es gibt kaum beeindruckenderes live im postrock-bereich als mono.

in other news: animal collective im fritzclub gestern mit schwer überforderter anlage und leider deutlich weniger gesamtflashung als kürzlich im berghain; modeselektor am samstag live im soon-to-be-wmf mit prollektroniksound auf fantastischer anlage ("amtlich" nannte man ja sowas früher); und über die young marble giants am freitag im hau sag' ich zum wohle aller einfach mal lieber nüscht.

(aha, so fühlt sich das also an, wenn man ein belangloses möchtegern-musikblog schreibt. ich laß' das wohl besser direkt wieder sein.)

 

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