dienstagskind

es ist aber doch so: man besitzt ja nichts außer der eigenen biographie.

die traurigkeit und der mißmut, die schwere und die unzufriedenheit, all das begründet sich doch darin, daß man in kategorien (chronologisch, hierarchisch, substantiell, ..) zu denken gelernt hat und sich das eigene leben eben nicht in diese kategorien schieben läßt – also, es läßt sich natürlich, aber es bleibt immer etwas übrig, für das man dann keine verwendung hat. und man mißversteht dieses übrige etwas, nämlich als makel anstatt als einen anfang, als versehen anstatt als einen anlaß. man müßte innehalten in solchen augenblicken und sich die erkenntnis zugestehen, daß jene kategorien kein fundament sind, sondern höchstens tradition. und mit dem, was man für reserve und überschuß gehalten hatte, neu anfangen.

 

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