kevin

donnerstag. heute schon vier mal mit kevin telefoniert. seinen nachnamen kenne ich nicht, und kevin meldet sich bei der hierzulande unter einer frankfurter festnetznummer geschalteten sony-hotline aus -vermutlich- einem beneluxland, denn er möchte frank immer erstmal mit ck schreiben, wenn ich ihm meine mailadresse buchstabiere. kevin spricht in einem lustigen mix aus englisch und deutsch mit mir, mit deutlich französischem einschlag, über ein qualitativ nicht weiter bemerkenswertes bluetooth-headset, jedenfalls male ich mir das so aus anhand des klangs unserer telefonleitung und der mehrfachen "wie bitte?"-rückfragen, – genau wie ich mir kevin anhand unserer unterhaltung und seinem sprachstil ausmale als mitte-hipster mit schal von american apparel und fünftagebart und engen jeans, der auch genau weiß, daß leute wie ich ahnen, daß er keinen bock darauf hat, callcenter-agent zu sein, der aber andererseits auch genau weiß, daß leute wie ich wissen, daß unsere telefonate wahrscheinlich von seinen chefs unterschiedlichster hierarchiestufen live mitgehört werden, die kundenzufriedenheit und so, you know.

wir spielen also beide mit, sind höflich und scherzen miteinander, denn eigentlich klingt kevin ja auch ganz cool, und man gibt ja auch dem pizzafahrer immer trinkgeld, denn man redet sich ein, daß der am wenigsten etwas für lieferzeiten und lauwarme pizza kann. so funktioniert idealismus 2009. und obwohl wir also schon zum vierten mal miteinander telefonieren, denn herr sony ist kurz davor, mir "die bestellbestätigungsmail zu faxen" (denn die crm-software von herrn sony scheint auf kunden wie mich nicht vorbereitet gewesen zu sein), verspricht mir kevin jetzt ("isch promise ihnen .."), sich "öchstpersöhnlisch" um meine bestellbestätigung zu kümmern, und wenige minuten später liegt ebenjene mail in meiner inbox. ich bin aufgeregt und kevin ist mein held des tages. go, kevin.

("liebes tagebuch", ja, das war eine drohung.)

 

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