piezo

was ebenfalls zu bedauern ist, neben vielem: der verlust des überraschungsmoments beim beantworten eines anrufs, verbunden mit dem darauffolgenden zwang zu originalität bei der eigenen namensnennung – also vielmehr die umkehr der überraschungspflicht, weg vom anrufer, hin zum angerufenen; daß anrufe kein zurückhaltendes angebot mehr sind, sondern eine aufforderung und erinnerung und so ein gewissens-pflicht-ding, mit dem sich zwangsläufig die selbstwahrnehmung beim angerufenen ändert, auch durch diese andere form von un- und höflichkeit, die da entsteht. also: die beiläufigkeit, die das telefonieren dadurch verliert, und auch weil es inzwischen so viele für beiläufigkeit besser geeignete medien gibt – ganz schön schade ist das, wenn man sprache und stimme schätzt (und man verlernt ja irgendwann auch das schätzen als kulturelle fähigkeit, wenn man es nicht mehr regelmäßig ausübt, übrigens). da verkümmern sinne.

 

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