katse

hier in der straße wohnt eine hübsche, graue katze. keine ahnung, wem sie gehört – aber "gehören" kann eine katze ja sowieso nie jemandem. diese katze legt sich, sobald es kalt draußen ist, auf vorgewärmte motorhauben der hier parkenden autos. ein bild für die götter, respektive für mich, wenn ich sie vom balkon aus beobachte. an manchen tagen sieht man sie gar nicht, an anderen rennt sie ruhelos die straße auf und ab, vielleicht auf jagd nach einem vogel, vielleicht etwas anderes, vielleicht ... aber immer wieder sieht man sie auf den motorhauben sitzen. sich ausruhen. mit einem nicht unbedingt zufriedenen und glücklichen, aber doch zumindest beruhigten gesichtsausdruck.

ich "kenne" diese katze nicht, ich weiß nicht, wie es ihr geht, und ich verstehe sie wahrscheinlich auch nicht mal ansatzweise – abgesehen von kurzen unterhaltungen zwischen uns, wenn ich sie nachts treffe und ihr vom balkon aus dann ein abendessen zuwerfe (und selbst dann bleibt sie recht still, mir gegenüber). und sie "kennt" mich wahrscheinlich auch nicht besser. und doch merke ich, daß ich anfange, sie zu suchen, wenn ich sie ein paar tage nicht mehr gesehen habe. ich muß nur sehen, daß sie noch da ist, dann bin ich wieder beruhigt. und habe einen gesichtsausdruck, den ich wahrscheinlich auch auflegen würde, wenn ich mich auf einer motorhaube wärmen könnte. oder müßte.

 

// !