aufmerksamkeitspanne

auch die freigeschmolzene jahreszahl scheint unwahrscheinlich, so wie die tatsache, daß wir (mit weblogs und leben) tief hineingerutscht sind in den lull der jahre. daß die zeit schnell verginge, ich wiederhole das, bis ihr's glaubt, ist eine dumme konvention und nicht wahr: daß sie so beiläufig vergeht, ist unerträglich, daß sie sich nicht schert um die verluste, die sie festschreibt, ohne drama.

(– vigilien)

klammer auf,

denn damals hatten wir noch keine fav-sternchen, wir haben uns gegenseitig verlinkt, wenn wir uns und unsere texte und vielmehr ja unsere gedanken, also eben doch uns, gegenseitig toll fanden, und wir wußten auch um den unterschied von ge- und ver-linkt, mehr als ihr alle, jetzt, heute, jedenfalls. wenn sich damals in unserer nähe sogenanntwerdenwollende marketing-profis, suchmaschinen-spezialisten oder kampagnenoptimierer aufzuhalten versuchten, haben wir sie ausgelacht, nicht indem wir einen "block/report"-button klickten sondern indem wir subtil waren und selbstverständlich und stolz. wir haben damals auch nicht andauernd von damals (vulgo: demmals) gesprochen, denn das was wir draus machten war schon okay, ist es heute irgendwie auch, aber die betonung des begriffs irgendwie juckt uns doch ein wenig in der magengegend. neben all den tollen sachen, den wunderbaren schreibern, den interessanten formaten und den superen ideen, die so in der luft herumschwirren, sehen wir eben auch die kloake voll "tweet-academy-dozenten" und "web2.0-evangelisten"; und wir erkennen die dinge in unserem leben (vulgo: dem internetz), die kein herzblut haben, das ist wahrscheinlich der große unterschied, denn früher hatte ganz einfach das allermeiste eine ganze menge herzblut, und dieser kontrast hat vermutlich auch irgendetwas mit dem lull der jahre zu tun.

(klammer zu, jaja.)

(in anlehnung auch an einen sehr tollen tweet von neulich, den ich hier nicht verlinken kann, weil er "protected" ist, auch wieder so ein moderner totalquatsch, der schon konzeptuell so sehr schmerzt, daß man zum ausgleich gegen eine wand rennen möchte. klammer nochmals zu.)

 

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