the national, astra, 20100509

mir fallen genau drei situationen ein, bei denen mir -reproduzierbar- immer die tränen kommen. weder vor positivklischee noch aus schmerzen, sondern weil mich olle weichei-tante da irgendwas an den emo-eiern packt und durchschüttelt ("mein herz blutig massiert", meinetwegen), so daß ich nicht mehr recht weiß wie mir geschieht und später versuche, das möglichst frei von mädchengrunzwörtern ("hach!" und synonyme) im blog auszuformulieren, denn in meinem biblischen alter kommt es selten genug vor, daß mich eine sache an den emo-eiern packt und bewegt. alle drei situationen haben, gottseidank, mit musik zu tun.

die erste situation ist, wenn ich auf "who put the 'm' in manchester?" am anfang "subway train / everyday is like sunday" sehe, wo sich während des songs ein fan nach vorn durchkämpft, um morrissey zu berühren, von der security abgehalten wird und schon fast aufgeben muß, morrissey dann aber an den bühnenrand kommt und ihm doch noch kurz die hand gibt. eine der herzzerreißendsten, schönsten, beeindruckendsten szenen aller zeiten, voller demut (morrissey, dem publikum bzw dem fan gegenüber) und stil und unaufgeregtheit und unerwartbarkeit und dadurch eben doch wieder seele. man flennt beim ansehen, weil man sich für diesen kerl aus dem publikum freut, weil man plötzlich sein bester kumpel geworden ist, weil man allen beteiligten geradezu ansieht, wie wichtig dieser moment für sie war, auch wenn's nur ein popkonzert ist, logisch, aber irgendwie baut man sich (heißt: ich mir) den enthusiasmus in seinem, meinem, einem leben halt doch aus erwartungshaltung und kontext zusammen, und in diesem moment waren die inszenierung und das resultat eben die vollkommenen hundert prozent. wun-der-fuck-ing-schön.

die zweite situation ist die beim gucken der arcade-fire-dvd "miroir noir". eigentlich permanent, aber doch vor allem beim finale, bei den letzten rund 20 minuten, wenn mir plötzlich (und immer wieder) bewußt wird, daß ich an die band glaube. wenn mich das immer wieder umhaut, diese spielfreude zu sehen, diese ekstase und euphorie und den ganzen kindergarten auf der bühne, die bandmitglieder, die sich in ihrer musik verlieren und mit solch einer selbstverständlichkeit hysterisch werden, daß ich natürlich zuerstmal verwirrt bin, aber dann eben doch lachen muß, und da sind's dann doch eher freudentränen wie beim wiedersehen verschollener bekannter, also wenn mir bewußt wird, daß ich diese band vermißt habe. 29 years oder eher noch länger.

die dritte situation ist, wenn ich the national live erlebe. je-des mal.

bild: (cc) realname @ flickr.com

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