hymnen

am morgen danach wird auf facebook kreuz und quer alles ge-liket, was irgendwie mit dem gestrigen arcade-fire-konzert zu tun hat, denn jeder, der dort war, ist lächelnd nach hause gelaufen und lächelnd eingeschlafen und lächelnd aufgewacht. und empathie verpassen will niemand, am morgen danach. wie wohl das gefühl sein mag, eine band zu sein, die für lächeln sorgt, jeden abend, eine band zu sein, die dafür sorgt, daß menschen in hallen glücklich sind, eine band, der man es abnimmt, echt zu sein (geblieben zu sein, sein zu wollen, whatever), trotz der ganzen auch auf facebook immer wieder erwähnten "stadionrock"-sache, – ob die band wohl weiß, daß ein paar tausend leute in sie verknallt waren am gestrigen abend, spätestens gegen ende während neighborhood #3 (power out) & rebellion (lies), als man freudentränen im gesicht hatte, aber eigentlich natürlich während der gesamten 90 minuten, ob die band wohl weiß, daß dieses positive so sehr abfärbt und für die meisten im publikum immer noch ungewohnt ist und ab morgen wieder sein wird, daß dieses positive vielleicht deswegen so schockierend nah ging, allen, – wie die band mit dieser verantwortung umgeht, mit diesem nachklang, den sie hinterlassen, mit diesem unbesigbarkeitsgefühl, mit der relevanz, die sie geworden sind.

das würde ich sie gern irgendwann mal fragen.

 

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