im/um bruch

es gibt die, denen das alles egal ist, das mit dem valentinstag. es gibt die, denen das so egal ist, daß sie es mehrfach überall kundtun. es gibt die, die blumen verschicken, und es gibt die, die das ironisch tun, und es gibt die, die sich vormachen, es ironisch zu tun, oder jemand anderem, um ironisch zu wirken. es gibt auch die, die darüber kaum nachdenken, oder jedenfalls weniger als die analysierer und herzkranken, als die abstrahierer und die blockierten. und dann gibt es noch die, denen aus diesem anlaß berührungen einfallen, und wochentage. die sich beim aufwachen daran erinnern, noch bevor ihnen das datum bewußt wird, weil das datum sowieso vollkommen egal ist, weil es immer, weil es jeden tag so ist, also – die, die sich beim aufwachen an diesen morgen in jenem sommer erinnern, an das geräusch von regen und das gefühl von unzerstörbarkeit und an den seit damals schief im kopf herumhängenden vergleich mit der bildskalierung im browser, an das "scaled to 17%"-gefühl in verbindung mit "wenn ich jetzt klicke, wird's riesiggroß". die sich an die nicht mehr so fremden finger auf dem eigenen bauch erinnern, beim aufwachen, an seltsam verstörtes knutschen damals, verstört wegen der unverhofftheit und der irritation und der verzweifelten suche nach mißtrauen in der nacht zuvor. die das wissen um das potential nicht mehr los werden, seitdem. die keine absätze mehr machen können, weil sie atemlos denken. die das gefühl nicht mehr loswerden von den fingernägeln im nacken am abend zuvor, an splitterndes glas, und an überalles funkeln. die eine wahrnehmungserinnerung nicht mehr los werden: von gemeinsamem schweigen, schwingen und schwelgen. von der sanftheit weniger worte, von der sanftheit der wenigen worte, vom verständnis. vom rhythmus deines atems, von leere, und vom genießen der leere. vom aufwachen. die, denen an diesem morgen, aber eben an jedem morgen, einfällt, wie es ihnen andauernd einfällt, wie das war und sein könnte und gewesen hätte sein müssen und sollen. die sich an das gefühl von möglichkeit erinnern, und die durch all die arschgesichter und schnittblumen an diesem idiotischen ritualtag da draußen daran erinnert werden, das endlich mal notieren zu müssen, wie man sich so fühlt, wenn man fühlt. aber zu denen gehöre ich auch nicht.

"wenn es gut ist, wird es schön sein."
(– olli schulz)

 

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