with or out you / tod und zumutungen

ich weiß schon längst selbst nicht mehr, wovon und woher und worüber und wozu ich schreibe; ich weiß nicht mehr, wo die energie herkommt und die beharrlichkeit und die stetigkeit dieser gefühle, die sich dann immergleich ins fastidentische format herausartikulieren und hier landen, als würden sie abgesetzt werden, aber dann eben doch direkt und immer wieder nachwachsen. ich weiß nicht mehr, um wen es alles geht, außer um mich, und ich weiß nicht mehr, wer hier schreibt, ich bin's nur manchmal. die kryptik überfordert mich, ich muß mir spuren und hinweise geben, um mich an mich zu erinnern und an dich und uns. ich verstehe mich am nächsten tag genausowenig wie ihr und vor allem du, ich verstehe mich am nächsten tag genausowenig wie euch und vor allem dich, und ich verstehe mich sowieso eher selten mit mir. // die taktik aber ist: abstrakt werden, dem meta-sinn auf der spur einfach noch viel nebliger und bildhafter werden, unkonkreter, fluffiger und wattiger, — bis der turm kippt, bis das innen nach außen umklappt, respektive umgekehrt, bis das alles aus sich heraus abkackt und explodiert. in kontext diffundieren, verdünnen, abstrakt as fuck bis zur auflösung, kopf d60. exakt dann werd' ich mich erwischt haben und vollständig verstehen und verstanden haben und es wird hell und laut und unfassbar gut und tragisch und glitzernd und emotional und deutlich und offensichtlich und KLAR, und dann wird das das völlig logisch naheliegende, ganz pragmatische ende sein von allem. // aber weil ich neugierig bin und sehnsuchtsvoll, weil ich ein schisser bin und emotional, weil ich verkopft bin und gespannt, weil ich noch überhaupt gar nichts verstehe von mir und weil mir mein kopf im weg und auf dem weg steht und liegt, weil es musik gibt und wahrnehmungen und vermissen und spannung und begeisterungsfähigkeit und drama und herz und schnaps — wird das hier vermutlich noch eine weile so weitergehen, bevor es mal knallt. it's THAT easy. ~~

(phantomherz.) ~~

in asien sah ich oft, wie essen in restaurant-schaufenstern präsentiert wurde, nämlich auf einem angerichteten teller einlackiert, modellhaft, wie spielzeug, bunt, vielleicht auch gar nie echtes lebensmittel gewesend sondern von vornherein nur imitat, jedenfalls mit einer haltbarkeits-optik versehen, die ich nur anfangs verstörend fand. "das ist nicht echt" sagte meine begleitung irgendwann beiläufig, und "das hoffte ich" antwortete ich damals, aber insgeheim sehne ich eher die möglichkeit eines solchen imprägnierens und anhaltens herbei, auch in anderen kontexten, vor allem in der wahrnehmung und gegenüber menschen und mir selbst. ~~

"es genügt manchmal schon zu wissen, dass es so etwas gibt", sagte sie, und ich war anderer meinung und nickte. ~~

 

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