weg ist das ziel

was vermutlich falsch ist: die annahme, man würde letzte momente mehr schätzen, hätte man in jenem augenblick schon gewußt, daß es ein letztes mal ist bzw. war.

was vermutlich eigentlich ist: wenn du es weißt, lädst du den letzten moment mit erwartung auf und strengst dich so sehr an, bedeutung und emotion reinzupacken, dinge behalten zu wollen und details abzuspeichern, daß du dabei das eigentliche wahrnehmen vergisst und dich später nur noch an das bohei erinnerst, das du drumherum inszeniert hast.

was vermutlich richtig ist: drauf geschissen. du wunderst dich später höchstens noch, woran (und woran nicht) du dich erinnerst, — respektive lernst das, woran du dich nur noch erinnerst, eben zu schätzen. das reicht vollkommen und ist angemessener den eigentlich wichtigen momenten gegenüber.

was vermutlich gilt: all das nicht nur für beziehungen, sondern auch für tode, schulabschlüsse, umzüge, abschiede, festplattencrashs oder letzte zigaretten.

wie man das vermutlich kürzer sagen könnte: lass' laufen & und wirf endlich die kamera weg.

 

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