im meer die inseln

was wir aber vielleicht auch versuchen könnten: granularisieren. jede wahrnehmung, jeden moment, jeden affekt: aufteilen, splitten, zerlegen, in bestandteile. in grundlegendere wahrnehmungen, augenblicke, handlungen. und wieder, und weiter, in den netzwerkschichten, weil man ursprünglich viel weiter oben anfing als vermutet oder erhofft – bis ganz runter zum molekül, zum atom, das dann nicht mehr homöopatisch verdünnt im hirn rumschwimmt. sondern schutzlos und klar. den schwermut und die scherben könnten wir hinunterbrechen bis zum auskosten des einzelnen magenkrampfs als solchen, für sich, ohne nebligen zusatz von anlass und schuld und kontext. wir könnten phasen enttarnen als abfolge von momenten. wir könnten glück und liebe und begeisterungsfähigkeit herausputzen, sie als solche genießen, ohne uns darüber oder daneben oder dazu gedanken zu machen über rollen und inszenierung und erwartung. wir würden die wahrnehmung zynischer machen – nicht inhaltlich, sondern ihre syntax – weil wir dann echter und ehrlicher wären, zueinander, und zu uns selbst. und wir würden verlernen, was sorgen sind.

 

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