copypastebook

world peace actually is some of my business, denke ich auf dem heimweg, kurz bevor die pizza fast zeitgleich arriviert, und beim stillen ausformulieren des begriff "arriviert" lache ich süffisant, aber auch nur still, denn sonst würden mich alle für bescheuert halten, hauptsächlich jedoch der pizzalieferant, der den begriff "süffisant" ja entweder nicht kennt und mein grinsen als debil abtun würde oder ihn eben sehr wohl kennt und mich dann zurecht fragen könnte, ob ich mich da vielleicht in der semantik verheddert hätte.
deine mudder arriviert, dächte ich dann, und was weiß der denn schon vom kopfkino tagsüber, das so süffisant kribbelt. world peace is only my own private business, you fuckers.

mein ruin ist mein bereich

samstag, kurz vor magengeschwür. das laute kind im innenhof spielt eisverkäufer & gibt der vermutlich erziehungsberechtigten auf der bank am rand ein plastikwaffelhörnchen vollgepackt mit sandkastensand. jene fragt "oh, schön – ist das vanille oder erdbeere?", das kind antwortet "das ist saaaaaaaand, du doof!" und bekommt zumindest für heute für die beste aller möglichen antworten von mir lärmnarrenfreiheit.

denn ich bin nicht einer von euch

(deafheaven, oktober13 im magnet, überrumpelt worden mit einem der besten konzerte des jahres; der sänger wie eine mischung aus serial killer und golfspielender bankangesteller gewissermaßen aus dem hurts-casting-bilderbuch gepellt, der rest der band dezent-elegant im hintergründigen krachgarten kopfnickend; im publikum nicht /nur/ blackmetal-hipster, sondern auch staunende fragilkleine mädchen und harleydavidsonbärchen; an der bar clubmate-whiskey und im freien dann später sauerstoff und kopffreigeblasene heimfahrt – und vorher und nachher "vertigo" als einen der bestablenkendsten songs von allen, ever, immer, in permanenz und allen lebenssituationen. musik zum umfallen.)

mein ruin ist was mir bleibt

im innenhof spielt hier oft ein sehr anstrengendes (lautes) kind namens gary. jedenfalls wird es von einer weiblich-elterlichen stimme so immer mehroderweniger zur ordnung, mindestens aber auf jeden fall ebenfalls sehr laut gerufen – gary, los, gary, jetzt mach' schon, garygary!, komm. meine anfängliche verwunderung über die anachronistische und sogar für neureiche hipsterstandards doch ziemlich ungewöhnliche nachwuchsnamensgebung wich aber soeben einer auflösung dank meines balkon-logenplatzes mit liveshow: gerufen wurde nicht die pegelhöllenmaschine, sondern der lethargische väterliche elternteil dieses namens. call to action auf level zwo, gewissermaßen.

gary steht jedenfalls, wenn ihm von der mir weiterhin unbekannten weiblichen innenraumstimme befohlen, aus seinem gartenstühlchen auf, geht zum mir namentlich nicht bekannten sprössling in richtung sandkiste oder schaukelpferdchen, tuschelt ihm irgendwas ins ohr und setzt sich wieder. gary junior plärrt dann meist nach wenigen sekunden weiter, aber die umstände und details dieses innenhoftheaters interessieren mich jetzt natürlich noch mehr als vorher. verdammt.

wenn alles andere sich zerstäubt

(auf dem heimweg in schluffi-camo-hose & bankräubermütze, mit der spätitüte voll spezi/pringles/snickers/klopapier in der hand, an einer gruppe gallery-weekend-bloggerinnen vorbeigelaufen. dabei als überprungshandlung so getan, als wär' ich eine performance mit nasepopeln. bestaunt worden (glaube ich). das wichtigste hier in der mitte-hood ist ja auch immer die contenance.)

 

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