2014 ende der tagesschau,
2015 brennpunkt,
2016 umschalten.

der späti-mann wünscht mir gegen 23 uhr ein "gesundes neujahr", ich halte das für originell (oder: verhört) genug um kurz zu stutzen, finde die formulierung aber -so oder so- auf relativ charmante art netter und cooler als das komplette restliche durchritualisierte floskelgewitter, das sich innerverwandtschaftlich jeden erstenersten per "FROHESNEUESJAHR!"-telefonterror abspielt. grinse beim bezahlen und fange auf dem heimweg im kopf an diesen absatz zu schreiben.

"wir bleiben dumm und klein und sprachlos / (...) krallen uns weiter fest am tellerrand, schau'n denen dahinter weiter zu / wir machen schulden, sammeln herzen / unsere selbstzweifel lassen das zu."

(überhaupt: grinsen. als würde 2016 sich bis an die zähne bewaffnen, oder an das, was meteorologische zeitabschnitte eben so haben anstatt "zähnen" – als würde sich das jahr also mit ironie und lässigkeit ausstatten, gestützt durch zeitzonendifferenzen und cheers!-ballons, also durch unterschiede und potential, wie immer, und durch unerwartet gute kurznachmitternächtliche silvesterkomplimente ("hast du etwa wieder ’nen böller persönlich genommen?"). grinsen wegen der selbstsicherheit aus trotz gewissermaßen, aus fuck2015 gespeist: wenn die lageenergie mehroderweniger null ist, muss die innere ja gegen platzhirsch gehen. physik-kitsch halt. differenzen sind ja auch nur spannungen. meta-grinsen. banal-gewördet: je kacker die 15, desto hoppsa die 16.)

"brennt alles nieder / fickt das system /
aber lasst mich erstmal schlafen gehen"

knapp vier stunden nach jahresbeginn altersmilder zynismus im umgang mit anstrengenden erklärbären, knapp 24 stunden nach jahresbeginn den kater im bauch und die selbstzweifel am arsch im umgang mit mir selbst. mit ego ins neue jahr also, respektive ins neujahr, also eigentlich nur ins wochenende, wie praktisch – "was hat dich eigentlich hierher verschlagen, du passt doch eigentlich gar nicht hier rein!?" – nimm das, bleigießen!

 

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