i could sleep for thousand years

(schall und wahn, ich fleh’ euch heute an, in euer angesicht: bitte verlasst mich nicht)

die band kriegt mich, als erstes, von der abartigen lautstärke und dem kontext und der stadt und dem tag mal abgesehen und von "vorel" als opener, die band KRIEGT mich an mindestens zwei stellen: dann, als der rhythmus ganz kurz stolpert, als an den stellen mit den sozusagenbreaks (in a way) der takt, die pause, vielleicht ein vierundsechzigstel länger ist als erwartet, als das innehalten passiert, die störung. als die ruhe vor dem wiederlosbrettern kein exaktes timing, also natürlich schon ein exakt geplantes, aber kein exakt ins restschema passendes timing verpasst bekommt. die band kriegt mich mit dieser haltung, also mit der verwendung eines solchen timings, das völlig irritiert. und dass irritation von irre kommt, ist ja so offensichtlich wie kunst von kannstmichmal.

(überall wo ich nie bin in dieser doch recht schönen stadt, überall wo ich nie bin und niemand mich gesehen hat, schaute ich mich um und ich war allein – und völlig ohne grund war ich glücklich es zu sein)

die welt kriegt mich, danach, auf der heimfahrt wieder per timing, als noch auf der a14 westwärts der flieger ("meinten sie 'die maschine'?") eine gefühlte mittlere ewigkeit genau über mir im landeanflug auf den leipziger flughafen schwebt, als the eye of time bei "mass" gerade so klingen, als wären sie aus dem soundtrack zu the fountain rausgekrochen, als würde das kronos quartet auf meinem beifahrersitz dafür sorgen, dass ich flennen muss, beim fahren, im regen, trotz, wegen müdigkeit, weil die choreographie so passt, weil alles ineinandergreift und die selbstwahrnehmung nicht wie IN einem, sondern WIE ein film abläuft, schizophren gerade, gleichzeitig abstrakt und empathisch, und relativ zu einem selbst diese boeing-tralala-kiste genau obendrüber so ganz minimal schneller, über mich hinweg, dass ich mir am ende nicht mehr sicher bin wer gerade meine maschine lenkt und wer den flieger gecastet hat in diese szene hinein, in diesen moment. (bei the fountain wäre es die stelle mit dem baum, am ende, bei mir am schkeuditzer kreuz ist’s das sehr knappe geradenichtganzverpassen der abfahrt zur a9.)

(mein ruin ist mein bereich, denn ich bin nicht einer von euch)

und dann kriegt mich der kopf, endlich. mit dem "russian circles"-tinnitus und dem "the eye of time"-bauch, also voller konzentration auf herz und allesandere, also wirklich ALLES andere – mit entropie-metaphern, mit bandbreiten und irritation/überraschung und informationsdichte, die die ganze (liebevoll gemeinter fachausdruck voraus) herzscheiße da so mitbringt, im herbst, wie immer im herbst, der mein frühling ist, herzherbst, herbstherz. wo wir’s gerade von timing hatten, der kopf und ich, wir beide. wo wir’s gerade von irre hatten, das herz und die weichen knie, wir drei. wo wir telefoniert haben, wir. of all the things. von der perfidizität des gegenseitigen timings seit damals, von temporären (logisch) buden, von herbst (logisch), von affekt und wein und möglichkeiten und davon, dass du gerade lächelst beim lesen, und du auch, und ich, der jemand anders ist. wie immer. am rasthof köckern den obligatorischen mccafékaffee eingepackt, weiter durch den regen, zu dir, trotz timing, lass abhauen, türmen, irre, irritiert, herzplatt-hubschrauber. (plot twist: wenn man die garderobenmarkennummern der letzten wochen aufaddiert, kommt der fastfünfzehnte oktober 2015 raus, und der fastfünfzehnte oktober 2016 halt auch. mathematisch mutig vielleicht, ja – aber das mit dem timing war ja schon immer so eine sache, wenn man erst mal verknallt ist.)

(alles gehört dir, eine welt aus papier; alles explodiert, kein wille triumphiert)

 

// !