#twtd

man könnte da teenie-emo-gleichnisse draus stricken – wie man sich, früher, als es noch kein google maps gab, mit papierlandkarten ja auch gelegentlich verfahren hatte und das dann erst sehr spät bemerkt hat und dann umdrehen musste und genervt zu spät am ziel ankam, und wie man sich, heute, sofort beim falschabbiegen von einer app zusammenscheißen lassen darf, also gewissermaßen keine chance mehr auf verfahren hat, und, zurück zum gleichnis, wie man (those were the days) aus der möglichkeit des fehlers einen input ziehen konnte, wie man neue orte und stimmungen ganz nebenbei kennengelernt hat, aleatorik olé, und wie einem das heute in der hinsicht eben fehlt und man kaum noch inspiration findet durch überraschung, weil es eben kaum überraschung noch gibt, und, ja, wir kommen zum punkt, wie man diese erkenntnis dann auf älterwerden und kognitive langsamkeit geradezu überstülpt, und dann herauskommt: ihrwisstschon, skepsis und nostalgie, aber auch motivation dank erkenntnis, der erste schritt zur ichlachmichtot.

(die stimmen singen drüben auf der anderen seite /
heute ein lied, das du noch nicht kennst.)

mal im ernst. es gibt diese kleinen fremdausgelösten artefakte in einem durchschnittsleben – ein zufall hier, eine formulierung dort, ein songfragment im hintergrund, ein bestimmter geruch am falschen platz, völlig egal – an denen jedes halbwegs ernstzunehmende hirn in totalen zynismus umkippen MUSS, wenn es noch einen kleinen restlebenswillen hat. und den hat es ja gerade inhaltlich, WEIL da so ein erkenntnisgewinn vorausging. nee, halt, der lachmann schreibt wirr, ich drösel’ das nochmal anders auf: gegen das durchdrehen und überschnappen hilft ja tatsächlich, DASS man merkt, dass man durchdrehen und überschnappen MÜSSTE in einigen momenten. ja? nein? vielleicht? doch?

(ich leb in einem wilden wirbel der mich greift /
und mich aus der dunkelheit schleift)

"their loss", meinetwegen – hilft dann ja auch nur so lang man’s sich selbst nicht glaubt. henne/ei, wer war zuerst tot? perfidizität in großbuchstaben. nein. da fahren wir mit "those were the days" echt besser, dank unauslöschbarkeit (hausaufgabe: parallelen zu informationstheorie und datenkomprimierbarkeit stricken). jetzt, bald, immer.

(und wir, wir werden frei sein / und doch nicht unverbunden //
mit neuen strategien / und gefälschten biografien)

 

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