phillip an bord

nach dem aufkleber auf der rückscheibe des knallroten opel zafira zu urteilen, der vor mir durch die straßen schleicht, ist phillip ein von kopf bis fuß knallgelbes kind ohne nase, einem kopf von der größe des gesamten restlichen körpers sowie mit einer armlänge, die ungefähr mit bernd dem brot vergleichbar ist. nach dem fahrstil des besagten wagens zu urteilen, ist phillip nicht nur "an bord", sondern sitzt selbst am steuer, während seine eltern gefesselt und geknebelt im stauraum hinten miterleben müssen, wie ihre mißgeburt den straßenverkehr durcheinanderbringt.

wofür sind solche aufkleber gut? und komm' mir jetzt keiner mit dem totschlag-argument, daß die stolzen eltern der umwelt mitteilen möchten, daß sie nachwuchs haben. wieso sollte das fremde interessieren? nein, wahrscheinlich ist's irgendein euphemismus entweder für "bitte seid nicht so hart zu mir, ich muß vorsichtig fahren, weil sonst der kleine kotzt" (mütter) oder "ja, wenn ich mein kind nicht dabei hätte, dann würde ich dich an der ampel abhängen, du lahmarschiger versager!" (väter). originell wäre ja wenigstens noch, wenn's als kleinanzeige gemeint wäre ("kind, 3 jahre alt, fast stubenrein, günstig abzugeben – gern auch tausch gegen ein richtiges auto").

vielleicht sollte ich mir einen aufkleber mit den worten "warnfried-olaf an bord" an meine karre pappen und auf mitleid gegenüber dem imaginären kind hoffen. das ließe sich doch dann bestimmt irgendwie ausnutzen.

"hör' mal, du unfruchtbare sau. hier fährt eine brave deutsche familie, die deine rente zusammenkopuliert hat." – jawohl, so ist das.

[p.s.: "der name ihres kindes ist optional und kann auch weggelassen werden."]

 

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