world tour

und weiter geht's bei der eroberung nahgelegener großstädte – als nächstes ist wien dran. vier tage gute musik, nette leute, schöne stadt und hoffentlich nicht ganz so kaltes wetter warten. naja, warten tun sie nicht, aber die formulierung hat grad so schön gepaßt. whatever. bis montag dann.

[ frank l. | 2002-10-29 | 23:46 | # ]

mediensprache

*inflektivgutfind*

[ frank l. | 2002-10-29 | 23:41 | # ]

"ich bin einsam wie franz kafka", ...

... schrieb franz kafka.

[ frank l. | 2002-10-29 | 23:36 | # ]

ohne worte

cartoons mit "ohne worte" drunter sind übrigens meistens scheiße oder bestenfalls heinz-jankowsky-niveau.

[ frank l. | 2002-10-29 | 23:32 | # ]

der dax kommt erholt aus dem wochenende.

ich nicht.

[und bei obigem satz muß ich für wahrscheinlich den rest meines lebens an einen cartoon mit eben diesem untertitel denken, in dem ein lustig pfeifender dachs mit wanderrucksack über der rechten schulter über einen waldweg nach hause läuft ...]

[ frank l. | 2002-10-29 | 23:31 | # ]

er kommt. knight rider. ein auto, ein computer, ein mann. knight rider, ein mann und sein auto kämpfen gegen das unrecht.

oder auch – "knight rider, a shadowy flight into the dangerous world of a man who does not exist. michael knight, a young loner on a crusade to champion the cause of the innocent, the helpless, the powerless in a world of criminals who operate above the law ..."

und "airwolf" läuft ja jetzt auch wieder.

ach, -!

[ frank l. | 2002-10-29 | 23:24 | # ]

in gedanken durch's kaufhaus laufen und auf einma ..

in gedanken durch's kaufhaus laufen und auf einmal aufwachen und sich in der weihnachts-deko-abteilung befinden – so oder so ähnlich muß sich ein braver streng-katholischer familienvater fühlen, der sich am bahnhofskiosk in die ecke mit den st pauli nachrichten verläuft. schnell den kragen hochklappen und so tun, als suche man nicht das lametta, vor dem man gerade steht, sondern die abteilung mit den nudeln.

[ frank l. | 2002-10-29 | 19:29 | # ]

durchaus charmant ...

... ist es irgendwie, wenn man erlebt, daß die klassischen für artikel im früheren mad-magazin prädestinierten situationen ("antworten, die ihnen immer erst 10 minuten zu spät einfallen") nicht immer nur einem selbst, sondern auch anderen leuten passieren. süß. :-)

[ frank l. | 2002-10-29 | 19:27 | # ]

deppen

da müht man sich stundenlang ab, damit man den tag nicht ganz so miesgelaunt beginnt, schafft es dann auch irgendwie, fährt durch die gegend, läßt einen wartenden bmw in die ampelwarteschlange rein, sieht dann dessen heckscheibenaufkleber "white aryan klan", und schon ist einem wieder der tag vermiest. die idee, ihm einfach hinten reinzufahren und auf notwehr wegen volksverhetzung zu plädieren, wurde aus feigheitsgründen verworfen. jetzt sitz' ich hier, ärgere mich maßlos über die grenzenlose dummheit des blöden packs in diesem dreckskaff, und meine laune läßt sich mit viel schokolade und dr pepper bisher auch nicht wieder anheben.

[ frank l. | 2002-10-28 | 13:45 | # ]

[anmerkung: ich habe die hannoversche allgemeine n ..

[anmerkung: ich habe die hannoversche allgemeine nicht selbst vorliegen, sondern den folgenden text nur per mail bekommen, kann also nicht 100pro oder mit einem link verifizieren, daß er so in den letzten tagen dort abgedruckt wurde. andererseits habe ich auch keinen anlaß zu glauben, daß er "nicht echt" sein sollte, gehe also einfach mal, gutgläubig wie ich bin, davon aus, daß ihn jemand aus der haz abgetippt hat. bei berechtigten einwänden o.dgl. bitte mail an mich.]

mein freund, der clown

die pluralistische gesellschaft braucht moralische gleichgültigkeit: dieter bohlen und die kunst der unter-haltung.

von karl-ludwig baader, hannoversche allgemeine
veröffentlicht 18.10.2002, 19:43 uhr

am bundesarbeitsgericht erfurt musste eine türkische frau das recht erstreiten, bei ihrer arbeit als verkäuferin ein kopftuch tragen zu dürfen – sie berief sich dabei auf religiöse gründe. ihr arbeitgeber hatte sie entlassen, weil er befürchtete, dass sich ihr züchtiger aufzug geschäftsschädigend auswirken könnte – wie alles, was gegen die guten sitten verstößt. zur gleichen zeit erklettert – unter dröhnender medialer begleitmusik – ein büchlein die bestsellerlisten, das von einem herausragenden ereignis handelt: dem penisbruch des unterhaltungsmusikers dieter bohlen.

weiß man, welches verhalten in einer gesellschaft tatsächlich belohnt und welches sanktioniert wird, findet man sich auch in ihrer normenskala zurecht. wir erkennen dabei jedenfalls die herrschenden, wenn auch nicht immer die gepredigten werte. eine zweite orientierung bietet die peinlichkeitsprobe. welches verhalten geniert die anderen am meisten? in zeiten wie diesen seinen arbeitsplatz zu riskieren, um aus religiösen gründen ein auch noch unmodisches kopftuch zu tragen, scheint dann doch vielen arg übertrieben und deshalb auch etwas peinlich. dass man dergleichen unannehmlichkeiten aus glaubensgründen auf sich nimmt, erregt in unseren säkularen gesellschaften zudem ungläubiges staunen. sich gleich zwei herrschenden maximen (modisch aufzutreten und darauf zu achten, wo der materielle vorteil ist) zu widersetzen ist nicht nur irgendwie retro, sondern halsstarrig, ja bizarr.

normal und ganz im einklang mit der herrschenden vernunft ist es dagegen, mit erzählungen vom besagten penisbruch (die nun auch per hörbuch zugänglich sind) seinen kontostand zu heben. niemand reckt hier den moralischen zeigefinger, hier zeigt der zeigefinger des exhibitionisten selbstbewusst auf sich selbst. natürlich haben wir es hier mit einem ganz normalen mediencoup zu tun. die eigentliche autorin des büchleins, dessen verkauf in allen talkshows gepuscht wird, ist die ehefrau des chefredakteurs der "bild"-zeitung, die wiederum das werk durch einen vorabdruck erst zum nationalen klatschthema machte. und die dann die albernheit bis zum aufgeblasenen "jetzt rede ich" der von bohlen veralberten damen (naddel, verona usw.) weiterdreht.

das publikum zeigt sich nicht im geringsten geniert, sondern schlicht amüsiert, reagiert nicht mit scham ob der auf offener bühne breitgetretenen intimitäten, sondern nur mit neugierde. gänzlich verkehrt wäre es, dem publikum dabei naivität zu unterstellen oder es sich als verführten und manipulierten haufen vorzustellen. es hat kein brett vor dem kopf, es spitzelt nur gelegentlich mal gerne durch einen (auch sächsisch gewickelten) maschendrahtzaun. da sieht die welt doch gleich karierter und damit harmlos aus.

das publikum nimmt zuweilen gerne eine unter-haltung ein, will sich bewusst unter seinem niveau amüsieren und prominente als deppen vorgeführt bekommen (die freilich die eigentlichen gewinner des spektakels sind). das ist keineswegs ein neues phänomen. formen der öffentlich zelebrierten narretei, des karnevals etwa, gab es zu fast allen zeiten. da ziehen dann sonst auf würdiges auftreten achtende herren schon mal ein komisches hütchen auf und lassen sich beim gemeinschaftlichen schunkeln und grölen beobachten. in kollektivem einverständnis werden die beschwerlichen verhaltensnormen des alltags lautstark ausgetrieben, das peinliche, vor dem sich sonst so viele fürchten, wird geradezu herbeizitiert, um dann das lächerliche gemeinsam zu ver- und wegzulachen.

neu ist etwas anderes: diese ausbrüche aus der normalität waren ja stark ritualisiert, auf eine bestimmte zeit beschränkt, für jeden als ausnahme von der unbestritten geltenden moralischen regel erkennbar. solche klaren grenzen zwischen "normal" und "anormal" werden nun zunehmend verwischt. die populären massenmedien, vor allem das fernsehen, vermarkten immer ungehemmter das private, erobern bereiche des intimen. hemmschwellen werden gesenkt, und pornostars werden zu gesellschaftlich anerkannten promis. kaum einer fürchtet, dass deshalb die gesellschaft in ihrem bestand erschüttert wird. im gegenteil: die moderne pluralistische gesellschaft braucht eine gewisse moralische gleichgültigkeit – da wird ein harmloser narr wie bohlen, der etwas frivol mit ohnehin durchlässigen schamgrenzen spielt, eher als entspannungsfaktor wahrgenommen. in einer gesellschaft, die komplizierter wird, undurchsichtig erscheint und deshalb angst produziert, sehnt man sich nach harmlosigkeit – da wirken gläserne menschen wie bohlen, die nichts zu verbergen scheinen, irgendwie beruhigend. beunruhigender sind jene, die sich bedecken und strengen regeln unterwerfen. instinktiv und nicht zu unrecht fürchtet man sich in dieser gesellschaft vor dem unbedingten, das gerade eine religiös fundierte moral kennzeichnet. da kann sich schnell spott in angst – und die in aggressivität verwandeln. und kuriose kleidungsvorschriften, eben noch als zeichen der rückständigkeit gedeutet, erscheinen auf einmal als symbole kommender gefahren, als vorboten von fanatismus und kulturkampf.

wir brauchen clowns wie bohlen, um uns der harmlosigkeit unserer moralischen situation zu versichern. aber ein tiefes unbehagen lässt sich so nicht vertreiben: reicht unsere normenausstattung, wenn wirtschaftlich und vielleicht militärisch schwere zeiten kommen? sind wir genug vorbereitet, wenn unser moralisches fundament auf so schwankenden bohlen ruht? hoffen wir auf wenig seegang.

[ frank l. | 2002-10-28 | 01:02 | # ]

jeanett

... fegt über das land und läßt unser kuhkaff bisher relativ aus. zwar hört man dauernd sirenen und der wind bläst doch, nun ja, ziemlich stark, aber als sturm oder orkan würde ich sowas noch wirklich nicht bezeichnen (bemerkenswert im vorangegangenen satz übrigens die vermeidung des konstrukts "nicht wirklich"). und sirenen hört man hier ja auch beim ersten schnee andauernd – kaum passiert mal was viertelwegs außergewöhnliches, flippen hier halt alle aus. 'ne besondere form von lagerkoller, schätze ich.

[ frank l. | 2002-10-27 | 20:29 | # ]

das meisen-tagebuch

... oder wie man zu vogeleltern wird. nett.

[ frank l. | 2002-10-27 | 02:45 | # ]

poesiealben

gibt es heutzutage eigentlich noch poesiealben?

bei uns früher in der (grund-)schule gab es zwei arten dieser dinger. einmal die gästebuch-mäßigen, mehr oder weniger stylishen, mit weißen seiten. man hatte vollkommene freiheit, ein kleines kunstwerk hineinzumalen, ein zitat abzukritzeln, ein foto einzukleben, 2 oder 5 seiten zu verbraten, sich hilfslinien mit bleistift einzuzeichen und danach wieder rauszuradieren (aber man hat's natürlich trotzdem gesehen), damit die brav gelernte schreibschrift nicht "kippt" ... ich wollte immer als einer der letzten, wenn überhaupt, in solche bücher hineinschreiben. am interessantesten war doch zu lesen, womit sich all die anderen verewigt hatten.

die andere variante war die vorgedruckte. für jeden war platz für ein kleines foto, ein paar äußerliche steckbriefdaten (und ich hab' schon damals nicht verstanden, was ich mir von der information, daß birgit blaue augen hat und florian 134 cm groß ist, kaufen kann), und dann die obligatorischen fragen nach der lieblingsfarbe, dem lieblingsessen, dem lieblingspopstar, dem lieblingsliebling und weiß der geier was noch alles, plus drei bis fünf zeilen "letzte worte". ja, so fördert man kreativität, liebe poesiealbenhersteller.

diese dinger gingen dann mehr oder weniger einmal pro schuljahr in der klasse rum. ich glaube, ich hatte sowas nie – also, von mir ausgehend. weder hab' ich verstanden, wieso man die lieblingsfarbe des banknachbarn interessant finden muß, noch war ich spezialist in "schlaue sprüche aus der poesie-albums-spruchsammlung abschreiben". eine gewisse komik entbehrte der sache sowieso nicht, manche fragen ("was ist deine liebste jahreszeit?") forderten blöde antworten ("kommt drauf an!!") ja geradezu heraus.

die coolsten der klasse ließen natürlich nicht nur mitschüler, sondern auch lehrer (naja), referendare (schon besser), schüler aus der parallelklasse (oho!) oder sogar schüler aus höheren klassen (der gipfel der coolness!) in ihre poesiealbum hineinschreiben. ziemlich am anfang, versteht sich, damit alle nachfolgenden uncoolen mitschüler sehen konnten, wie cool sie doch waren. war das vielleicht eine frühe form des markenfetischismus? hmm.

einerseits bin ich froh, daß ich nie sowas rumgehen ließ, man hatte ja schon damals irgendwie seinen stolz. aber ich find's schade, daß ich sowas jetzt nicht mehr auf dem speicher meiner eltern finde. wie die abizeitung, neulich, oder einfach nur schulhefte der unteren klassenstufen.

scheiße, ich werde nostalgisch.

[ frank l. | 2002-10-27 | 02:44 | # ]

 

// !