presents r us

gestern schon wieder: anwandlungen, jemandem was schenken zu wollen. und finde dann niemandem, zu dem das geschenk passen würde. denn wie das bei nerds so ist, ist das geschenk der anlaß, und nicht die person. schlimm. das muß sich ändern.

["anwandlungen" ist aber auch so ein sehr, sehr seltsamer begriff.]

moderne zeiten

früher: die wohnung aufräumen, bevor besuch kommt.

heute: die startseite des weblogs auf peinliche einträge durchsehen, bevor man jemand 'wichtigem' zum ersten mal mit ebendieser adresse in der signatur eine mail schreibt.

berufswunsch millionär

wenn ich irgendwann in den nächsten wochen hier nichts mehr schreibe, hab' ich mich übrigens in die karibik abgesetzt. ab sofort gewinne ich nämlich im lotto. jawohl.

wobei karibik ja auch so ein klischee-reiseziel ist. ich glaube, wenn man in irgendeiner der größeren quizshows in die engere auswahl kommt und den fragebogen über sich ausfüllen muß, werden leute, die bei der frage "was würden sie mit der million machen?" nur "karibik" antworten, sofort und ohne gnade durch das unoriginalitätsraster gefallen werden. genau wie "erstmal sicher anlegen" oder "einen teil spenden, einen teil ausgeben und mit dem größten teil ein haus bauen". laaaangweilig!

ist das eine art von zivilisationskrankheit, sich mit solchen fragen ("was würde ich darauf antworten?") schon dann zu belasten, wenn man sich noch nicht mal für die dazugehörige quizshow angemeldet hat? was muß ich antworten, um origineller zu wirken als ich es bin? wenn man sich vornehmen muß, spontaner zu werden? wenn man sich noch nicht mal traut, bei der hotline der quizsendung anzurufen, weil man sich keine antwort auf diese frage zurechtgelegt hat?

marktlücke alltags-image-berater bzw coolness-trainer.

abt. briefe an die leser

hey, all ihr "ich link dich und du linkst mich" wir-ham-uns-alle-lieb community tagebuecher "mein-tag-war-ja-sooo-interessant emma-leserinnen" querverlinkungs typen. und tussis. ihr leute, denen man anmerkt, daß sie es nötig haben. wenn ihr sonst schon kein leben habt, dann nervt bitte nicht auch noch mich damit. ich linke, wen und was ich will. es tut mir wirklich schrecklich leid, daß ich von diesem virtuellen eierschaukeln, respektive entsprechender weinerlicher fanpost, die meine link-auswahl zum thema hat, überhaupt nichts halte.

obwohl - nein, leid tut's mir eigentlich gar nicht.

[und - ja, man hätte das alles jetzt auch bestimmt stilistisch hochwertiger ausdrücken können. mea culpa, ich schreibe im affekt.]

great expectations

when i was a kid, i used to think that maybe i was special, that somehow destiny tapped me to be a great man. not like henry ford or walt disney or somebody like that, but somebody, you know, semi-important. (…) i was gonna be one of those guys you read about.
but somehow, it just didn't work out that way.

[ aus about schmidt ]

burning

brandeins gelesen. und wieder erinnert worden an die momente, die ich so vermisse - nein, erinnert worden daran, daß ich sie vermisse - die auswirkungen der attribute in meinem leben, auf die ich einigermaßen stolz bin, war, sein wollte: die begeisterungsfähigkeit, die leidenschaft. dinge aufsaugen zu können. mich in dinge vertiefen zu können. etwas von innen heraus zu wollen. dinge zu tun, die ich nicht lang im voraus geplant hatte. der wunsch ist der kleine bruder der sehnsucht. und wieder das gefühl gehabt, als käme ich, allein lebend, in meinem eigenen haus morgens zum frühstück in die küche, und vier mir fremde personen sitzen da, sehen mich mit großen augen an und fragen "wer bist du denn?", während ich mir noch den schlaf aus den augen reibe. verwirrtheit ist wahrscheinlich nicht das richtige wort, erstaunen geht da schon eher in diese richtung. wieder so gefühlt, als könnte ich die an mich selbst gestellten erwartungen nicht erfüllen. und immer nur die erwartungen zu korrigieren kann's ja auf dauer auch nicht sein. kann man leidenschaft und begeisterungsfähigkeit zurücktrainieren?

morgen früh wird auf dem balkon gefrühstückt.