cecil jonni lauro

soso. der mittlere der drei söhne von stephan remmler, die gerade auf dem raabschen sofa saßen, findet vom musikalischen output des vaters also "los paul" am besten. hossa. bester trio-song ever, wahrscheinlich. kannte raab natürlich nicht, wen wundert's, aber das macht den bengel doch gleich 'n stück sympathischer, als man zuerst vervorurteilt hatte. [gut, deren mucke ist natürlich erwartungsgemäß scheiße, aber da kann man in dem alter ja nix dafür. in zehn jahren werden sie's merken.]

das wort zum freitag

eigenartige stimmung (aber eine stimmung ist schließlich immer eigenartig, wenn man zu faul ist, sich ein bißchen mehr gedanken darüber zu machen), die sich ergibt, wenn man anfang juli gegen 2204 uhr (wichtig, weil genau dann die perfekte dämmerungsstimmung stattfindet) mit vollgas auf der a5 durch die gegend düst, alle fenster nach unten gekurbelt (wieso nennt man das trotz der elektrischen fensterheber & -senker eigentlich noch gekurbelt?) hat, dazu laut love me to the end hört und natürlich mitsingt, weil man sich in seine jugend zurückversetzt fühlt.

aber ich steh' ja auf pathos. und man muß schließlich immer damit rechnen, daß es einen mit 240 km/h gegen den brückenpfeiler knallt, herzversagen auf der linken spur oder sowas - also will man schließlich mit einem lächeln im gesicht und stilvoller musik gefunden werden. komisch. aber vielleicht ein bißchen wie "zieh' frische unterwäsche an, für den fall daß du einen unfall haben solltest", früher - klar, als ob das irgendwen interessieren würde, wenn mir in einer notoperation beide beine abgenommen werden, ob ich morgens frische unterwäsche angezogen habe. aber wenn ich schon irgendwo bei frankfurt mal von der feuerwehr aus meiner rennsemmel geschnippelt werde, ganz egal ob tot oder lebendig, hat es doch durchaus etwas reizvolles, wenn man sich vorstellt, daß das geschieht, während der natürlich im moment nicht abstellbare cd-player immer wieder laut den gleichen song dudelt. den, während dem auch der unfall passiert ist, und der den gesichtsausdruck dieses verzweifelten zwölftsemestlers mit den schwarzen klamotten und dem kofferraum voller platten und cd's hat festfrieren lassen.

ach ja, und zu meiner beerdigung dann bitte feuerwerk. danke.

das schnellste gummibärchen der welt

als projektil wurde ein weichelastisches kompositmaterial mit unregelmäßiger oberflächengeometrie mit einer typischen masse von 2,17g gewählt. die zusammensetzung aus glukosesirup, zucker, gelatine, dextrose sowie einigen pflanzlichen auszügen verleiht dem material eine hohe elastizität und eine gute dichtwirkung. wegen der einfachen verfügbarkeit wurde ein industriell gefertigtes projektil der firma hans riegel bonn, erhältlich unter dem handelsnamen "goldbären", verwendet.

technische universität münchen, fachgebiet raumfahrttechnik - beschleunigung weichelastischer projektile.

haus arafna - butterfly - [cd/lp] - [galakthorrö]

was im mainstreambereich funktioniert, nämlich album für album mit minimalen unterschieden zu produzieren, um die fans bei der stange zu halten, läßt sich vielleicht noch auf die "club-hits-vol.-17"-szene der schwarzkittel anwenden - aber je ernster ein künstler genommen werden möchte, umso mehr beherzigt er doch meiner erfahrung nach den weisen spruch "stillstand ist rückschritt". die im wahrsten sinne des wortes konservative einstellung, an dem festzuhalten, was sich bewährt hat, ist generell natürlich nichts schlechtes, führt sie aber doch auf der musikalischen ebene schnell zu langeweile und wird als ideenlosigkeit (miß-?)verstanden.

was hat das nun alles mit der neuen veröffentlichung von haus arafna zu tun? viel. "butterfly" stößt all die vor den kopf, die ein album voller sog. "club-hits" erwartet haben, und es stößt die vor den kopf, die ein album erwartet haben, daß einem bei entsprechender lautstärke die boxen um die ohren fliegen. es ist vielmehr ein album geworden für all diejenigen, die sich beispielsweise mit der klaustrophobischen wirkung des november-növelet-albums anfreunden konnten. ein album für all diejenigen, die "hamburger lady" von throbbing gristle mögen. ein album für all diejenigen, bei denen es nicht einfach nur laut fetzen muß, um "industrial" zu sein.

"butterfly" ist, um es auf den punkt zu bringen, eher dezent geworden. nicht mehr diese zügellose aggression, nicht mehr das ungeschliffene wie auf "blut" oder teilweise auf "children of god", sondern subtilere, aber dennoch "fiese" sounds. minimale und in sich gekehrte flächen, analog-synthies, weniger verzerrer auf der stimme, und - wie gesagt - eine stimmung, vergleichbar mit "from heaven on earth" vom haus-arafna-nebenprojekt "november növelet", ein klein wenig krachiger vielleicht. eine wunderbar lo-fi-, old-school-klingende platte, die mit einer neuen version von "für immer" oder stücken wie "satanas and friends" und "mirror me" natürlich auch potentielle hits beinhaltet, aber mit etwas abstand betrachtet insgesamt eben doch eine überraschung geworden ist. keine platte zum eben-mal-durchhören und sofort-begeistert-sein, eher etwas, das man mehrfach hören und an das man sich gewöhnen muß. aber dann wird man "butterfly" hoffentlich lieben.

[veröffentlicht in zinnober #6 (demnächst)]
[dort allerdings ohne links. isklar.]

rubriken

nein, ich bin mit den rubriken bei den weblog-links da rechts auch noch nicht zufrieden. discovery channel ist dämlich, und première 1 trifft's auch noch nicht ganz. bin allerdings derzeit zu faul darüber nachzudenken.