ilmenau, studentenstadt. hier haust die zukünftige akademische elite (aber sie versteckt sich gut).

in dieser gegend werden offensichtlich nicht nur fernseher aus dem fenster geworfen und dann ca. 6 wochen dort liegengelassen – hier werden, wie ich seit letzter nacht bzw heute früh nun weiß, auch tankdeckel unschuldig parkender gölfe aufgebrochen, um dann des aufbrechers minischwänzchen reinhängen zu können und die bierplörre der party gegenüber direkt in meinen tank zu pullern. wenn man also auf der fete schon wieder keine der überschminkten tussis abbekommen hat, so muß man sich auf dem heimweg doch wenigstens noch gegenüber den ebenso besoffenen kumpels beweisen. und wie ginge das besser als mittels herausgekramter reviermarkierungs-urinstinkte?

sehr geehrter herr von und zu abschaum: wenn ich über irgendeine zufällige gelegenheit demnächst herausbekommen sollte, wer sie sind, so seien sie sich bitte sicher, daß ich mit prall gefüllter blase sowie einem baseballschlägerkommando sonnenbebrillter stiefel- und ledermantelträger vor ihrer tür stehen werde und mit großer genugtuung die sexuellen präferenzen bezüglich "natursekt" mindestens ihres pc-gehäuses und ihres kühlschrankinhaltes testen werde. sie wissen ja sicher, vier liter flüssigkeit pro tag werden von ärzten empfohlen.

[ frank l. | 2003-11-30 | 16:25 | # ]

bitte gehen sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen.

ungefähr 27x in den letzten 5 tagen einen eintrag getippt und kurz vor der veröffentlichung wieder verworfen. zu kurz. zu dämlich. zu oberflächlich. zu inkonsequent. zu persönlich. zuviel zitiert. vorhin dann das stylesheet hier für zu langweilig befunden, die uhrzeit für zu früh und das wetter für zu gut.

später beim frühstück bemerkt, daß der einzige sinn und zweck von dieser seite in ebendiesem "zu .." besteht. wohl doch zu-viel nachgedacht. alles beim alten. so oder so.

[meine damen und herren, sie sahen: ein kurzes kreativitätsloch auf argh.de, meinerseits hiermit nachträglich zur "myblog-solidaritäts-woche" euphemisiert.]

[ frank l. | 2003-11-30 | 15:57 | # ]

mir kürzlich vorgenommen, meinen aktiven wortschat ..

mir kürzlich vorgenommen, meinen aktiven wortschatz in kleinen schritten progressiv zu verändern, allerdings in freier wildbahn noch keine gelegenheit zum einsatz der replik "nein, der ist schon besessen!" auf die frage, ob "dieser stuhl noch frei" wäre, gehabt. schade. den dazu passenden manisch-satanistischen blick müßte ich aber eh erst noch vor dem spiegel üben.

[ frank l. | 2003-11-25 | 04:04 | # ]

'tschuldigung.

da schreibt man mal ein paar tage lang nichts und bekämpft teilserfolgreich das regelmäßig wiederkehrende und sich dabei auch noch intensivierende gefühl, sich dafür entschuldigen zu müssen. dann korrekturliest man in einem text des gerade verfaßten weblog-eintrags zweimal "geficke" anstatt des von anfang an richtig geschriebenen wortes "geticke" und schiebt es sofort auf die schlechte beleuchtung und das kleine display. als müsse man verleser vor irgendwem rechtfertigen.

das muß sich ändern. aber ganz dringend.

[ frank l. | 2003-11-25 | 04:03 | # ]

stille nacht

der rechner-lüfter pustet fröhlich vor sich hin, die festplatte knistert, der kühlschrank schnarcht brummt unregelmäßig, und von 4 bis 5 uhr nachts schaltet sich der fernseher zwecks epg-update ein. die d-box strahlt mir die aktuelle uhrzeit in grün entgegen, der dvd-player macht mich per orangefarbenem lämpchen auf sein standby aufmerksam, und das geticke meines billigweckers habe ich mittlerweile als ursache für die träume mit all diesen auf mich zustampfenden elefanten-rudeln im verdacht.

aber mein telefon, das schalte ich immer aus. damit ich ungestört schlafen kann.

[ frank l. | 2003-11-25 | 03:48 | # ]

der gute vorsatz für nächsten monat:

keine zeitschriften mehr lesen, die ihre kurz-rezensions-rubriken "short cuts" nennen.

[ frank l. | 2003-11-21 | 02:39 | # ]

deutschland sucht die supertussi – aka "der bachelor", revisited.

rtl2 rtl steckt 10 verrückte 25 überschminkte arbeitslose mädels in einen container eine angemietete prunkvilla und läßt das publikum einen bwl-studenten mit der favoritenfindung (sympathischster kandidat größte oberweite) sendezeit füllen, die von einem moderator mit b- c-niveau den zuschauern werbekunden präsentiert wird.

[originalfragen / originalantworten / originellere antworten.]

"der countdown läuft, die damen sind unterwegs. wie fühlst du dich?"
also, ich freu mich jetzt wahnsinnig, daß es endlich soweit ist, daß ich sie jetzt endlich kennenlerne. um ehrlich zu sein friert mir so langsam der hintern ab, immerhin ist das jetzt schon das zwölfte mal, daß wir diese einstellung hier wiederholen müssen, weil du dir lächerliche zwei sätze der frage nicht zu merken in der lage bist. wenn die deko-fackeln hier wenigstens echt wären und ein bißchen wärmen würden, aber ihr spinner müßt den kram ja unbedingt ende oktober auf einem sofa im garten einer villa aufzeichnen. wer denkt sich sowas überhaupt aus?

"es ist ja ein doch ungewöhnlicher weg, in einer fernsehshow eventuell die liebe seines lebens zu treffen und kennenzulernen. warum hast du gesagt 'ich mach das'?"
ja, ähm, ich hab gedacht, die chance ist sehr groß, und wo hat man sonst die möglichkeit, auf's mal 25 so bildhübsche frauen kennenzulernen? mensch, alter. denk' doch mal nach. 25 schnitten auf einmal, und ich hab' freie auswahl. ich hab' bwl studiert, mein geld mit dem verchecken von koks verdient und zwei vaterschaftsklagen am hals. wenn ich irgendwo eine aufreiße und die das erfährt, die ist doch sofort wieder weg. hab' halt schon länger keine mehr abbekommen, und je seltener man zum poppen kommt, auf desto abstrusere gedanken kommt man. kennst du doch sicher auch, oder? – sind wir eigentlich schon auf sendung?

"wie haben denn deine freunde und deine familie, deine eltern, deine schwester darauf reagiert, als du ihnen gesagt hast, daß du mitmachst?"
ja, zunächst ganz unterschiedlich. sehr überrascht, und ich denke, die familie hat sich am schluß doch sehr gefreut, daß ich auf die art und weise vielleicht die schwiegertochter in spe oder die schwägerin in spe mitbringe. naja, freunde hab' ich eigentlich keine mehr, seit dieser, äh, "sache" damals, als meine mutter bei diesem tragischen unfall mit dem bügeleisen in ihrem keller um's leben kam. was dann ja auch gleich die frage nach den eltern beantwortet. nächstes thema, bitte.

"wie müßte sie denn sein, die schwiegertochter oder die schwägerin in spe? bei welcher frau sagst du 'wow, das ist sie'?"
hmm, schwierig zu sagen, daß es ein bestimmter typ ist. ich denke, das muß zum schluß eine frau sein mit der ich mich wunderbar ergänze, und mit der ich viele gemeinsame hobbies und interessen habe. grips im hirn, freche schnauze, gutaussehend, verabscheut rtl, .. hey, wieso winkt der regiemensch da hinter der kamera so nervös?

"du bist ein sympathischer, gutaussehender, beruflich erfolgreicher junger mann. warum hat das noch nicht geklappt mit der richtigen frau?"
ja, das frag ich mich auch. haha. nee, ich, um ehrlich zu sein, ich denk ich hab mich in letzter zeit sehr irgendwo auf den beruf und alles konzentriert, da ist das private viel zu kurz gekommen, und jetzt bin ich einfach in der phase angelangt, wo ich sag, da kann ich nicht mehr allein weiter. ich schätze, weil ich ein sympathischer, gutaussehender und beruflich erfolgreicher junger mann bin. oder sollte das jetzt eine anmache sein?

"ist das jetzt auch schon die phase – thema 'kinder'?"
kinder? also meine schwester hat seit letztem jahr einen sohn, der nicolas, mein neffe, und in den bin ich sehr sehr vernarrt, und für mich ist völlig klar, ich möchte auch kinder haben, aber noch nicht sofort. jenssen, mein gott. ich bin 28, ich weiß, wie man verhütet.

"so wie du über deine familie, deinen neffen, deine schwester sprichst – wie wichtig ist dir überhaupt 'familie'?"
familie ist mir sehr wichtig. ich komme selber aus einer würd ich sagen sehr intakten und tollen familie, die mir sehr viel unterstützung und so immer gegeben hat, und für mich ist familie einfach der hafen der mich schützt, die säule die mich stützt, und neben mir kann die welt untergehen. und sowas möchte ich meiner familie natürlich auch geben. was muß ich jetzt antworten, damit eure werbekunden zufrieden sind?

"um die familie zu gründen, fehlt noch die richtige frau. ich weiß, du bist gespannt, die 25 damen endlich kennenzulernen, darum möchte ich dich nicht länger auf die folter spannen. laß uns gehen."
wird ja auch zeit.

(...)

eine limousine wird auf den hof gefahren. der chauffeuer steigt aus, geht um den wagen herum, öffnet die hintere tür und alle 25 damen steigen aus. diese stellen sich in einer reihe vor dem bwl-studenten auf. bei genauerem hinsehen bemerkt man, daß die limousine nur deko ist. jedes mädel macht artig einen knicks vor dem supatopcheckerbachelor und haucht ihm "ich will dich. jetzt und hier." ins ohr, während sich beide nicht auf die angebrachte anzahl luftküsschen einigen können. die rtl-bildregie blendet jeweils dezent über in nichtssagende interviewantworten der betreffenden dame ("also ich würd' mich schon freuen, wenn er mich nimmt", "ich bin tierisch aufgeregt" oder "ja, ich könnte mir schon vorstellen, daß .." – äußerungen über knackige hintern, dicke schwänze und/oder konten sowie schnelle autos wurden offensichtlich rausgeschnitten).

"oh, schick bist du." – danke, du riechst auch gut. kein wunder, sind ja nicht meine klamotten.

weitere 24 hallo-floskeln folgen. dann:

11 minuten kennenlernphase bei häppchen und schampus und flachbildschirm-kaminfeuer. zwischenstand nach der hälfte der sendung: der profi-junggeselle hat mit jeder der damen gemeinsamkeiten, findet alle sympathisch, alle finden ihn sympathisch, begriffe wie "sportlich", "nett", "tolle augen" und "schwierige entscheidung" sind allesamt in den ersten 5 minuten gefallen. was im echten leben auf eine gang-bang-party mit allen 26 beteiligten hinauslaufen würde, endet bei rtl im "raum der entscheidung". 10 der damen sind rauszuwerfen, indem den 15 anderen parfümiertes frischgemüse in die hand gedrückt wird. höfliche nichtigkeiten ("alle wunderschön", "die entscheidung ist mir extrem schwer gefallen", "aus dem bauch heraus" sowie die werbepause) folgen.

25 sabbernde damen mit nochmals zurechtgerückter oberweite starren den hauptdarsteller gespannt an.

"[name], möchtest du diese rose haben?"
ja, sehr gerne. (schmatz.) danke fuer die einladung. nee, du, laß mal stecken. hast doch den ganzen abend eh nur meine oberweite angestarrt.

10 häßliche entlein müssen dürfen wieder nach hause fahren, nicht ohne sich vom helden zu verabschieden ("war trotzdem nett mit dir") während die obligatorischen interviewfragmente eingespielt werden ("schade", "das muß ich natürlich akzeptieren", "ich laß mir die brüste operieren", "schluchz!"). 15 weniger häßliche entlein dürfen müssen in der nächsten episode nochmal auftauchen. werbepause und ende.

[ frank l. | 2003-11-20 | 00:20 | # ]

aus der reihe "wenn sonst schon nix passiert"

gestern mal crazy [tm] und rebellisch gewesen: bei gelb über eine ampelkreuzung gefahren, die wäsche unsortiert auf den wäscheständer gehängt, die zahnpasta-tube (aronal! abends!) nicht auf den kopf gestellt, cola aus der dose getrunken, den fernseher nachts auf standby gelassen.

oh wildes leben, das ich führe! frank lachmann, polizeilich gesucht in 16 15 8 fast 4 bundesländern!

[ frank l. | 2003-11-19 | 12:36 | # ]

synchronizität

"es war 18:55 und ich gab mich der truegerischen illusion hin, erneut einen achttausender fuer unitaere kleine schneeflocken erklommen zu haben, als die werbepause kam – und sie war eine schmerzliche offenbarung, punktgenau auf mich als zielgruppe ausgerichtet. tiefkuehlpizza mit dem freund vernaschen, parfum fuer die verfuehrung danach (und das gleich zweimal), hygienische damenbinden und schoene weihnachtsgeschenke fuer die ganze familie, danach noch kredite und bausparvertraege. und mit einem schlag wurde mir bewusst, was synchronizitaet bedeutet."

betrachtungen über individualismus bei lost im himbeertraum.

[ frank l. | 2003-11-19 | 12:34 | # ]

"kringel kringel teehäuschen tintenklecks".

wir lernen koreanisch bei den asian instant noodle soups.

[ frank l. | 2003-11-19 | 01:31 | # ]

aus der reihe "frank entdeckt die welt".

schon klasse, was man mit druckluftdosen in einer durchschnittlichen singlewohnung so alles anstellen kann. das konzept des staub-aufwirbelns hat ja sowieso viel mehr für sich im gegensatz zu dem des -aufsaugens: kein streß mehr mit kabelsalat, man spart staubsaugerbeutel, und es sieht sowieso viel lustiger aus. zugegeben, die langzeitwirkung läßt zu wünschen übrig.

aber, hach, all die anderen einsatzzwecke: mücken irritieren ("huch, ein windstoß! huch, noch einer!"), am telefon leitungsstörungen simulieren ("wie bitte? ich kann dich nicht verfffffffffffffffff..."), haare fönen (vor allem im sommer deutlich angenehmer als mit klassischer/warmer fön-luft), kerzen auspusten (und die wachsflecken an der wand lassen sich bei gezieltem einsatz der druckluftdose zu kleinen kunstwerken verteilen, wenn man schnell genug reagiert), kampf mensch gegen maschine simulieren ("ich hab' dich gewarnt, du dämliches netzteil – jetzt wollen wir doch mal sehen, in welche richtung sich dein ventilator gleich dreht.").

lustige partyspiele wie taschentuchfetzen-wettweitblasen oder wett-kondomezumplatzenbringen fördern die kreativität, badewannen können zu whirpools getunt werden, bücherseiten können "frei hand" umgeblättert werden. und wer sich schonmal an zu heißer nudelsuppe den mund verbrannt hat, kann sich auch vorstellen, wie nützlich eine externe suppenkühlungseinheit im küchenbereich sein kann.

ach ja: notebook-tastaturen könnte man damit natürlich auch reinigen. aber das wäre spießig.

[ frank l. | 2003-11-17 | 03:24 | # ]

dialoge für nachmittags um kurz nach fünf.

"einer meiner klienten, der kürzlich .."
"einer deiner was?"
"na, einer meiner klienten."
"ich dachte, du wärst so eine art streetworker?"
"bin ich ja auch. aber 'kunde' klingt dämlich und 'patient' ist ja wohl noch schlimmer. du weißt doch, was ich meine."
"hmmm."

[aus der reihe "erklärung von fachterminologie beim wiedersehen ehemaliger schulfreunde".]

[ frank l. | 2003-11-15 | 02:45 | # ]

"kleinanzeigen werden in der reihenfolge des eingangs bearbeitet."

kleinanzeigen: getragene wäsche zu verkaufen & suche seriösen job

[aus "takt", stadtmagazin erfurt, 10/03 (iirc)]

[ frank l. | 2003-11-15 | 02:28 | # ]

 

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