momentaufnahme

heute spontan & erneut verliebt in kay-sölve richter beim anblick ihrer mittig ganz leicht spitz zulaufenden oberlippe, wenn sie (frau richter, nicht ihre oberlippe) wörter wie "für" oder "börse" sagt. das gefühl gehabt, an solchen details charakterzüge oder intelligenz- und kompatibilitätsmerkmale ablesen zu können, sofort schlechtes gewissen wegen oberflächlichkeit gehabt und auf bodenständigeres wie "na, die ist ja mal süß!" konzentriert. von der "air liquide"-aussprache ("ehr lickwitt") des börsenfuzzis dann kurz darauf aus meinen träumen gerissen worden.

[ frank l. | 2004-01-20 | 17:06 | # ]

tätervolk, angebotsoptimierung, abweichler.

zwei davon bereits vollständig, das dritte auch schon fast vergessen gehabt. vielleicht wäre ja ein monatsweise auszeichnung sinnvoller. oder gleich gar keine mehr.

[ frank l. | 2004-01-20 | 16:17 | # ]

tragik in ländlichen gegenden

letzte woche kurz über den hingeschmierten spruch "ich bin impotent, ihr idioten!" in der kleinen thüringer bundesstraßenortschaft gelächelt. mehr aus unverständnis (vgl höflichkeit, gegenargument nichtanwesenheit des publikums – aber das führt jetzt zu weit) denn aus amüs.. amus.. belustigung. dann aus den augenwinkeln gerade noch das schild obendrüber ("fahre vorsichtig, es könnte auch dein kind sein!") entdeckt. lachen verkniffen, noch sehr lange wie ein witznichtkapierer gefühlt.

[ frank l. | 2004-01-20 | 02:46 | # ]

blogma 2004

weniger nachdenken. die besten texte entstehen im affekt.

[ frank l. | 2004-01-20 | 02:43 | # ]

fortschritt und fortschreiten

"zur medienkompetenz gehört aber auch die kunst des ignorierens und abschaltens, die fähigkeit zum medienwechsel, also die beherrschung von kontaktaufnahme, kontaktverweigerung (...) – die entwicklung von filterfähigkeit, medialer skepsis und kluger zeitökonomie. man kann es lernen, sich einen 'virtuellen mediamix' zurechtzulegen und mit fernsehen, recorder, telefon, pc, aber eben auch mit zeitungen, zeitschriften, büchern oder comics emanzipiert umzugehen.

(...)

da sitzen sie, auf ihren jogamatten; atmen ätherische düfte ein und werden plötzlich sensibel und empfindsam ... wie die romantiker, deren scheinbar lächerliches verhalten heute als widerstand erklärbar wird: als kontrapunkt zur aufklärung; als verweigerte anpassung an ein leben, das nur noch vernunftgemäß sein sollte, nur noch ziel und zweckgerichtet, effizient und (...) – aber man muss zur ruhe kommen. man muss sich selbst wieder spüren, um wieder zu lernen, menschlich zu sein ... um mithalten zu können und gut zu funktionieren, muss man vor allem kühl bleiben, sich abschotten, dicht machen. man muss wieder sensibel werden; sich anrühren und betreffen lassen ... um unterscheiden zu können, was richtig und was falsch ist ... um sich moralisch zu verhalten. um das richtige zu tun.

aus: "wenn die seele nicht mehr schritt halten kann – fortschritt und fortschreiten der technik" von angelika brauer. manuskript zur sendung.

[ frank l. | 2004-01-20 | 02:41 | # ]

alanis morrissey ..

alanis morrissey

[ frank l. | 2004-01-20 | 02:41 | # ]

konsequent

"kennt ihr zwei euch eigentlich bereits?"
"nein, ich glaube nicht."
"hmm. seltsam."

sprach's und verschwand.

[ frank l. | 2004-01-19 | 03:53 | # ]

ach ja, stuttgart.

stuttgart. zum zweiten mal in meinem leben bei vollem bewußtsein in stuttgart gewesen, offenbar bisher nicht viel verpaßt. samstag hätte ich die möglichkeit dazu gehabt, aber, hey, ich war ja da! enttäuschende besucherzahl, inhaltlich umso schicker (der komparativ da vorn stört mich nun zwar ein wenig, aber –).
festgestellt, daß ich mir weblogger erschreckend oft ganz genau so vorstelle, wie sie dann auch in wirklichkeit sind. insgesamt dann doch teilweise positiv, teilweise negativ, größtenteils aber nicht mal so richtig überrascht gewesen. statt dessen zuviel über raum-namen in bayrischen kneipen, sich prügelnde kellnerinnen und vor allem über meine außenwirkung nachgedacht (anstatt mal selbst eine zu erzeugen) – aus unangebrachter demut schüchternheit denkschleife nicht hinreichend schnell rausgekommen und die blogger-halbgötter lieber den ganzen abend angestarrt und aus versehen in höflichkeitslächen verfallen anstatt ... naja.
"eingegrenzt".
gegen halb drei auf der heimfahrt den beschluß gefaßt, markanter werden zu wollen, den beschluß am nächsten morgen aber wieder vergessen gehabt. manchmal wäre ich ja gern unkomplizierter. ja, nächstes mal dann, wenn ich das mit der akklimatisierung besser im griff habe.

"gerne wieder!"

[ kontext: 1 · 2 · 3 · 4 · 5 ]

[ frank l. | 2004-01-19 | 03:32 | # ]

carpe diem

er ist wegen ihr hier (grund), sie wegen ihm (zweck). ein bißchen verloren stehen sie im vorderen drittel des publikums und tun so, als wollten sie beide die band erleben. sie hat jahrelang auf ihren traumprinz gewartet, der sie aus ihrer misere herausholt, weil sie sich nicht eingestehen will, daß sie es ja auch selbst könnte, den arsch hochbekommen, ihr leben verbessern, sondern sich sagt, daß äußere umstände und die ganze situation und du weißt ja gar nicht wie das ist und und und aber der traumprinz kam offenbar nie und jetzt steht sie hier bei einem konzert, das sie eigentlich überhaupt nicht interessiert, mit ihm, der sie intrinsisch-gezwungenermaßen interessiert und den sie dabei versucht so subtil wie es ihr möglich ist (kaum) auszufragen, um seine antworten dann so zurechtzulegen, daß man ihm vielleicht doch noch das traumprinzkostüm überstülpen könnte, in der hoffnung, daß sich ihr eigenes unterbewußtsein genug täuschen läßt. sie weiß all das, aber sie will es nicht wahrhaben. wenn sie es wahrhaben wollte, wäre sie nicht hier. er bildet sich ein, sie sei wegen ihm hier, oder wegen der musik, aber das ist ja fast das gleiche, schließlich identifiziert er sich mit der musik (das alter!), aber heute ist sie (die band) ihm ausnahmsweise egal, denn sie (die frau) steht schräg vor ihm und schaut gelangweilt (chance!, nicht enttäuschung!), er macht sich schon mit seiner körperhaltung gegenüber ihr zum vollidioten, aber auch das merken nur außenstehende, und sie vielleicht unterbewußt, und sein latent schmachtender blick verrät alles über diese beiden. sie stehen da, schauen ungefähr in richtung bühne, wirken deplaziert, fühlen sich wahrscheinlich auch beide so, und das schlimme ist, daß man ihnen als außenstehender ein jahr gibt, maximal, in dem er sich für sie zum affen macht und sie seine art sie zu lieben als selbstsüchtig interpretieren wird und er keinen ratschlag, den er anderen geben würde, selbst beherzigen wird, schließlich liebt er sie (glaubt er) und sie ihn (hofft er) und das wird auch in einem jahr noch so sein (daß er es hofft). nach spätestens einem jahr der große zoff (nach einem knapp ein jahr anhaltenden kleinen), trennung mit schmerzen, weil beide sich selbst mißverstanden hatten, seit sie sich kannten, dann vielleicht der berühmte zweite versuch, vielleicht doch nochmal ein versöhnungsfick, nur noch tränen in den augen, weil beide sich selbst dabei schon nicht mehr sehen wollen, aber immer noch zu verhirnt sind, um endlich aufzuwachen. deutung, endlich, dann trennung aus selbstschutz, schließlich, mindestens ein weiteres jahr der jeweiligen selbstfindung, in der die straßenseite gewechselt werden muß, wenn man dem ex-partner begegnet, keine aussicht auf besserung, lebenslange latente ekelgefühle nur bei der nennung des namens des damaligen partners, "wie konnte ich nur?"-gedanken gemischt mit "aber .." (und genau nach diesem "aber" hacken sie sich die entsprechende stelle im hirn ab, bis sie nicht mehr dran denken können). erwachsenwerden mit dreißig. und man steht nur zwei meter daneben und man ist hingerissen und schockiert, daß man all das schon nach sekunden erkennt, an blicken, körperhaltung, setting. wenn die beiden sich nur endlich sehen könnten. man möchte hingehen und genau das alles den beiden erklären, ruft sich zur ordnung bzw erinnert sich an seine gute erziehung, fragt sich, ob es nicht noch bessere erziehung wäre, den beiden ein emotional befriedigenderes jahr zu ermöglichen als dasjenige, das sie erwartet, man schwankt zwischen mitgefühl (viel), mitleid (auch) und hoffnung (wenig). dann nippt man an seiner cola und nimmt sich vor, die klappe zu halten. sie wollen's ja nicht anders.

[ frank l. | 2004-01-19 | 02:52 | # ]

aus der reihe "dinge, die ich mir noch vor einigen monaten ganz sicher nicht hätte vorstellen können":

rtl bewirbt "aktuelle news aus dem dschungel jetzt im rtl-text!". und meint das auch noch ernst.

[ frank l. | 2004-01-19 | 02:50 | # ]

in love

darüber nachgedacht, ob das auswahlkriterium "er war vernünftig und hat gute ansichten gehabt", das die ältere dame bei "nur die liebe zählt" vorhin auf die frage, wieso sie sich damals für ihren jetzigen mann entschieden habe, antwortete, eher einem heutigen "er hat einen knackarsch und ne geile karre" entspricht oder schon damals so charmant intelligent klang. beschließe, letzteres anzunehmen, um mich an der immens großen lücke zwischen "glaube an die menschheit für wenige sekunden wiedererlangt" und "sat1" gleich nochmal zu erfreuen.

beschlossen, am nächstmöglichen verregneten sonntag aus "when harry met sally" die interview-szenen raus- und hintereinanderzuschneiden.

[ frank l. | 2004-01-19 | 01:34 | # ]

anfixen

vor kurzem im "sat1-automagazin": vorstellung des mclaren slr, direkt danach gewinnspiel, hauptpreis ein fiat punto. ja, sat1. passend für die zielgruppe, die sich über gratis-duftbäumchen oder parkhausbeschallung mit songs von bryan adams freut. genau so funktioniert das.

[ frank l. | 2004-01-19 | 00:47 | # ]

"laß' laut klingeln, wenn du anrufst. falls ich ..

"laß' laut klingeln, wenn du anrufst. falls ich noch schlafe."

[ frank l. | 2004-01-15 | 23:53 | # ]

 

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