sehr geehrte trailer-texter von sat1.

die "kategorie 'model'" existiert in der upcoming zweiten staffel von starsearch sicher nicht "erstmals auch für männer". bereits in der ersten staffel tat sie das nämlich fast ausschließlich "für männer". sagt bloß, das hättet ihr nicht bemerkt gehabt?

nichts zu danken,
gez. ich

"genau so war das."

wir dachten uns spiele aus mit holzstöcken und tennisbällen. außerdem aßen wir würmer. und die prophezeiungen trafen nicht ein: die würmer lebten nicht in unseren mägen für immer weiter und mit den stöcken stachen wir nicht besonders viele augen aus.

beim straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. wer nicht gut war, mußte lernen, mit enttäuschungen klarzukommen.

manche schüler waren nicht so schlau wie andere. sie rasselten durch prüfungen und wiederholten klassen. das führte nicht zu emotionalen elternabenden oder gar zur änderung der leistungsbewertung. (…)

mehr: hier.

zur lage der nation.

vorübergehender formschinken. ungewohntes gefühl, ausnahmsweise täglich und andauernd dinge für die uni zu tun. quasi-freiwilligkeit. keine entschuldigung, eher eine erklärung. das hirn oszilliert zwischen angewandt/nützlicher und absolut sinnloser denke. entweder unikram oder extrembanalitäten. schlechtes gewissen wegen einer dämlichen webseite, wenig schlaf (und wenn, dann zu seltsamen uhrzeiten).

"kannst du morgen ausschlafen?"
"nein, hab' mir den wecker gestellt."
"weswegen?"
"da kommt eine sendung über schlafstörungen im radio."

freitag bei gina wild michaela schaffrath in erfurt gewesen. sie - irgendwo zwischen belanglos und nett, nicht weiter wild, stellenweise erschreckend überraschend sympathisch. das publikum - unter aller sau. kegelclubs auf betriebsausflug, übergewichtige mittfünfziger, schreckliche sexshop-autogrammstunden-atmosphäre während des gesamten programms, schnauzbartträger. zwischenrufe mit schwanzgrößen-angaben, goldkettchen überall, und dann noch die paar jugendlichen coupé-abonnenten mit oberlippenflaum, die sich wahrscheinlich eine post-show gang-bang auf der bühne erhofft hatten. und immer wieder diese gedanken, daß man die arme frau hier rausholen müßte. daß sie einem leid tut. daß man sich für das publikum entschuldigen sollte. das blümchen-syndrom.

ja.

filme sind ja auch am spannendsten in den ersten minuten, solang man noch nicht weiß, worauf sie hinauslaufen. in den momenten, in denen sich herausstellt, was der film bezweckt, wie er "klingt", wie er sich anfühlt, ob er sympathisch ist. ob man mit ihm für zwei stunden einen kaffee trinken gehen und über die draußen vorbeilaufenden menschen reden möchte. ob man mit dem film klarkommt, ob man sich vorstellen kann, irgendwann mal seine familie kennenzulernen. die "blind date" -phase eben. sich gegenübersitzen und auf kompatibilität warten. um sich dann, meist nach 10-15 minuten, entweder fallenlassen zu können oder einfach nach hause zu gehen und die zeit sinnvoller zu nutzen. dieser moment, der click, der impuls, der einem mitteilt, wie man sich versteht - atemberaubend. bei "lost in translation" wußte ich nach zehn minuten, daß ich ihn gut leiden kann, nach weiteren fünf minuten war ich verliebt. großartig. jede sekunde des films und in jeder sekunde charlotte und bob verstanden.

"wer zuviel zeit hat, über sich selbst nachzudenken, kann kein glücklicher mensch werden", sagte mir eine freundin kürzlich. stimmt nicht. selbstbeobachtungsmelancholie macht mich glücklich(er). lieber denke ich darüber nach, wieso es mir scheiße geht, als überhaupt nichts zu fühlen.

"do i need to worry about you, bob?" - "only if you want to."

20034

unumgesetztetes vorhaben 2003: in einer band mitspielen.

utopischstes vorhaben 2003: das studium beenden.

inkonsequentester entschluß 2003: sozialer werden.

machbarstes vorhaben 2004: dinge im delikatessenladen nicht mehr nur deswegen kaufen, weil sie teuer sind.

meistversprechendstes (zweck, nicht grund!) vorhaben 2004: öfter mit kopfhörern durch's leben laufen.

bereits umgesetztetes vorhaben 2004: mir texte wieder selbst laut vorlesen. dinge begreifbarer machen.

nahende gefahr:

keine einzige sendung auf irgendeinem kanal mehr sehen können ohne allerfiesestes scripting zu vermuten. wenn's bei liveübertragungen von sport-"events" mal soweit ist, schmeiß' ich die kiste aus dem fenster. ehrlich.

knapp vorbeigeschrammt.

dritten eintrag über den rtl-bachelor verfaßt. unzufrieden, rumgekürzt, bis nur noch "ich als frau würde mich ja auch eher jemandem wie mir als mann an den hals werfen." übrig war. skrupel gehabt, da jetzt noch "bachelor" drüberzuschreiben.

silvester ist ein einziger großer ehekrach. jedes jahr schluß machen, sich kurz danach wieder versöhnen, mit schalem geschmack im mund. was hilft's?

"zwischen den jahren": die zeit der playstation-bedingten sehnenscheidenentzündungen am linken handgelenk, die zeit der lebkuchen-vorratsaufstockung durch großmütter ("das paket hier ist für jetzt gleich zum essen, dieses hier für nächste woche, und das große ist als vorrat für zu hause gedacht."), die zeit der verschwendung geistigen potentials für dinge wie das jährliche zählen und alphabetische sortieren der plattensammlung, dem schimpfen über vollidioten in der innenstadt (früh übt sich, wer später mal choleriker werden will) sowie den klassischen "dingen, die man tun wollte, wenn man mal zeit dafür hat", die man dann aber eh auf "nächstes jahr" verschiebt. alles bleibt, wie es war. auch 2004.

die nichtübernahme eines namens bei der erstellung eines nächstjährigen geburtstagskalenders (ganz oldschool, mit bleistift auf wandkalender) fühlt sich an, als würde man eine freundschaft kündigen. also prinzipiell gut, weil konsequent. weg mit dem ballast, blah. aber natürlich erinnert man sich noch jahrelang an genau diese geburtstage, deren löschung von solchen gedanken begleitet wurde - an offiziell "gekündigte" freundschaften denkt man ja auch öfter als an diejenigen, die einfach im sande zerlaufen (mentalnotiz: demnächst text über das phänomen der telefonnummern auf kurzwahltasten schreiben - die einzigen telefonnummern, die ich immer auch auswendig wußte). allein deswegen schon mag ich "schluß machen" nicht. silvester. den dingen eine bedeutung aufzwingen, die sie nie hatten.

also oberflächlich: die küche putzen, die wohnung aufräumen, das bad polieren, nebenbei das hirn sortieren. 2003. die bettwäsche länger als geplant nichtwechseln, wenn sich doch mal spuren körperlicher zweisamkeit darin verirrt haben - wer hat da was von armseligkeit gesagt? bedeutungen aufzwingen, die .. ja, ich weiß schon. beste anschaffung 2003 - nicht die dolby-digital-anlage, sondern die kaffeemaschine. so alt bin ich also schon. menschen 2003? tut mir leid, keine ahnung. zwischenmenschlichkeiten auf ein erträgliches nullmaß zurückgefahren bzw in junkfood-häppchen-artiges umgewandelt. danke, ich hab' mich schon selbst am hals. lebensabschnittseinteilungswillkür 2003 ("was, schon wieder 'mein letztes silvester in diesem kaff hier!'? psst, nicht so laut, sonst bekommt mein gewissen noch wind davon."). flirts mit callcenter-mitarbeiterinnen, vokabularerweiterung durch autobahnbeschilderungen und werbeprospekte und junk-tv, 13 kilo abgenommen, unproduktivität, (bisher) nicht eingehaltene versprechen und charitylike-verpflichtungen. ja, inkonsequenz. und dabei soll man nicht nervös werden?

"na, wie fandest du das jahr so im rückblick?" - "weiß ich nicht." - "häh?" - "ganz ehrlich."

fick' dich, 2003. und du dich auch gleich, 2004. wirst ja auch nicht anders.