the great commandment

schade bei einem auftritt von camouflage ist, daß fast jeder im publikum auf fast ausschließlich zwei songs wartet. schön bei einem auftritt von camouflage ist, daß die band das natürlich weiß. schade wiederum bei einem auftritt von camouflage ist, daß sie dieses wissen nicht besser einsetzt und die songs relativ "verloren" im set plaziert (einen mittendrin, einen als zugabe, talking about berechenbarkeit). schön, und ich meine wirklich schön bei einem auftritt von camouflage ist aber trotzdem, und das wiegt eigentlich alles unschöne auf, wenn beim ersten dieser beiden songs (und beim zweiten später eigentlich auch nochmal, da ist aber der kontrast zu vorher nicht mehr so stark) innerhalb von sekunden das publikum kapiert hat, daß es er jetzt kommt und sich sofort selbst eine gänsehaut verschafft. tausende (?) von menschen bekommen ein glitzern in den augen, als die ersten takte zu hören sind – fernab von jeglichem stadionrock-gefühl, viel individueller, 1000x individuell – da sind leute um einen rum, die eine ähnliche jugend hatten, leute, die mit der gleichen musik aufgewachsen sind, leute, die heutzutage irgendwie in die gothicszene oder artverwandtes gerutscht sind, leute, die auch nach so vielen jahren noch jede silbe der texte in vorschul-englisch mitsingen können. und man steht im publikum und grinst. ganz leicht nur. aber 1000x sanftes grinsen ergibt insgesamt trotzdem ein gefühl, das man spontan vielleicht nicht unbedingt mit einer messehalle voller schwarzkittel assoziieren würde. the great commandment. wie kitschig. wie richtig.

[und der rest des auftritts war übrigens klassisch so-la-la. also alles wie erwartet.]

[ frank l. | 2004-05-29 | 03:45 | # ]

"es ist jetzt 1989"

"diese schallplatte wurde von wolfgang müller produziert. die texte sprach carola regnier. die original fledermausaufnahmen stellte jürgen klawitter zur verfügung. im studio arbeitete bernhard steudel. es ist jetzt 1989. ursprünglich wollte ich eine platte und eine zeitschrift machen. die texte habe ich schon geschrieben. sie handeln davon, daß ich früher eine fledermaus war und von deutschland. außerdem wollte ich keine musik machen. aber eine seriöse biologieplatte auch nicht. obwohl alle tieraufnahmen pur, also nicht eine collage oder künstlerisch verarbeitet sind. die oszilloskop-fotografien machte gundula schmitz. das rauschen kommt davon, daß die meisten töne, die die fledermäuse von sich geben, im ultraschallbereich liegen. wenn man die frequenzen ins hörbare überträgt, verstärkt sich das rauschen sehr. ich mag das aber gern. die ganze welt rauscht ja sowieso in einem fort."

dieser text stammt vom cover der "bat"-lp aus der schule der tödlichen doris / wolfgang müller. derzeit als signierter restposten erhältlich (als bonus, d.h. gratis), wenn die mitgliedschaft bei vinyl on demand gekauft wird (im rahmen derer ich gerade meine zweite "abo"-lieferung erhalten habe, weswegen ich mich wie ein kind an weihnachten fühle, was ich hiermit quasi-werbend bekanntgeben will, was mir wiederum nicht mal peinlich ist). ernst beiseite: hinter vinyl on demand steckt frank maier, einigen vielleicht als "der mensch hinter record-price-guide" bekannt, den ich mir unbekannterweise wie einen dieser händler auf plattenbörsen vorstelle (nur eben nicht mit uriah heep und pink-floyd-bootlegs aus sri lanka, sondern mit guter musik), die so vollkommen in ihrem hobby aufgehen, sich damit identifizieren, daß sie ganz automatisch eines tages eben auch etwas für die szene tun wollen.

in diesem fall wurde daraus "vinyl on demand", das es sich zur aufgabe gemacht hat, alte schätze auszugraben, raritäten wiederzuveröffentlichen, platten für "liebhaber" herauszugeben, totgeglaubte schätze aufzuspüren und auf vinyl zu pressen – "on demand" eben. the new blockaders, die tödliche doris, mutter / max müller, hermann kopp, frieder butzmann, blackhouse, deutscher kaiser, head resonance, .. zittern die fingerchen schon? das zeug hat stil, charme und sex, und man merkt jeder einzelnen lp an, daß sie von einem fanatischen sammler hergestellt wurde und gefälligst nicht einfach nur nebenbei gehört werden sondern (achtung, kitsch voraus:) zelebriert werden will. allein dafür muß man diese dinger ja schon lieben, und wenn ich nicht schon eine mitgliedschaft bei v-o-d hätte, würde ich sofort .. gut, genug davon. ich denke, es kam rüber, was ich meine.

es mag in der tat sein, daß die schnittmenge der zielgruppen "argh.de-leser" und "leute, die schonmal was von den o.g. gruppen gehört haben" verschwindendst klein ist. aber der idealismus zählt. auch in meinem fall. hoffe ich.

[von der tragik meiner dezentral ausgelagerten plattensammlung berichte ich dann aber ein andermal.]

[ frank l. | 2004-05-25 | 16:41 | # ]

"ich hätte dich ja für mehr 'gothic' gehalten .."

.. hab' ich mir kürzlich anhören dürfen. seitdem versuche ich, mir einen eintrag über meine musikalische sozialisation, die "gothic"-szene, musik(geschmack) ganz allgemein und fanatisches tonträgersammeln aus den rippen fingern zu saugen, aber so richtig will das leider nichts werden. also andersrum: nächstes wochenende ist pfingsten. pfingsten ist leipzig und leipzig ist "wave-gotik-treffen" (aka wgt) und wgt sind rund 20tausend gruftis in leipzig.

nein, nochmal von vorn. das wgt ist kein festival mit ein bis zwei bühnen. es gibt keinen großen vermatschten rasenplatz, keine überteuerten döner- und bier-stände und man stolpert auch nicht alle zwei meter über einen merchandising-stand von drum, diebels oder viva. statt dessen gibt es für 52 euro (vier tage) unzählbare veranstaltungen in der ganzen stadt, eine angenehme atmosphäre wie man sie sonst nur im urlaub erlebt, und vor allem ein nebeneinander halbwegs artverwandter musikrichtungen ..

(reifrock-vampirellas [™ & gruß nach bayreuth] neben panda-augen-metallern, kampfbereit-bodybuilder neben bankangestellten mit schwarzer krawatte, uniform-fetischisten neben ganzkörper-latex-gasmasken-wesen, irgendwo dazwischen die oldschool-gothics (nur echt mit siouxsie-badge auf der lederjacke), die bürstenschnitt-synthiepopper und nicht zu vergessen die studenten der sozialwissenschaft, die sich zur feier des tages einen fingernagel schwarz lackiert haben)

.., daß der durchschnittliche "rock im park"-fan nur so mit dem h&m-nietengürtel wedeln dürfte. die leipziger eingeborenen haben sich an "die schwarzen" gewöhnt, und auch wenn ich -in der tat- längst aus dem alter raus bin, in dem ich mich bleich geschminkt und eingehüllt in patchouli-duft mit dem kajalstift als wichtigstem utensil durch die gegend gerannt bin (zugegeben, ganz so klischeeüberladen war ich aber sowieso nie), so ist doch leipzig [tm] einer der events, die ich auch heute noch wirklich ungern verzichten würde.

aber für außenstehende mag es in der tat schwer zu verstehen sein, wie festivals dieser größenordnung weitgehend ohne "zwischenfälle" ablaufen können, und das im mittlerweile dreizehnten jahrgang. wie einzelne konzerte (mittlerweile) fast auf die minute pünktlich beginnen. wgt-besucher 2003 wie locker die atmosphäre ist, wenn man nachmittags im sog. "heidnischen dorf" dem auftritt einer mittelalter-laienschauspieltruppe zussieht, während man vegane kartoffel-gemüse-bratlinge futtert und sich die sonne auf die teils kniehohen lederstiefel brennen läßt. wie hoch die quote der rock-tragenden männer dort ist, die von den leipziger rentnern nicht schief angesehen sondern nett gegrüßt werden. wie die richtung schlager driftenden subsubkulturen eigentlich ganz gut mit den metalköpfen und den lagerfeuerromantikern auskommen, ganz zu schweigen von den krach-/lärm-fuzzis. wie bizarr hoch doch die quote der "presse"-leute ist, die mit entsprechendem "ich bin wichtig!"-bändchen um den hals rumrennen. und wie ein festival, dessen damaliger veranstalter im jahr 2000 am zweiten tag pleite gemacht bzw. sich mit dem restgeld in die südsee abgesetzt hat (so munkelte man jedenfalls), eben nicht damit ungeplant endete, sondern von allen teilnehmern (bands, helfer, publikum) kurzerhand eine art notprogramm auf die beine gestellt wurde, um die restlichen tage noch halbwegs interessant zu gestalten – man war schließlich schon in leipzig, und keiner hatte bock, unverrichteter dinge wieder heinzufahren, nur weil's keine gage geben sollte. "wäre das ein metal-festival gewesen, die hätten doch alles kurz und kleingeschlagen!", hieß es danach – jaja, die lethargischen grufties wieder mal, erdreisten die sich doch wirklich, auch in solch einer situation einfach ruhig zu bleiben.

nein, es ist nicht alles schnickschnackschnuck und heile welt und das paradies auf erden. es gab hier und da weniger schöne vorfälle mit politisch verwirrten jungen menschen, es gab hin und wieder blöde planungen (ärgerliche zeitüberschneidungen), und die getränke und die döner werden auch beim wgt nicht gerade verschenkt. aber irgendeinen grund muß es doch haben, daß ich seit "meinem" ersten wgt nie mehr ("klassisch") im urlaub war. ja, ich freu' mich – jedes jahr wieder.

[dieses jahr übrgens insbesondere auf coil, forseti, sanctum, estampie, spiritual front, pink turns blue, knifeladder sowie den cmi-sonntag. und auf northern lite und warren suicide. und camouflage und anne clark. und argine und scivias. und das "heidnische dorf". und das frühstück im café puschkin. und die jedes jahr gleichen fotos vom völkerschlachtdenkmal. und ganz viele alte bekannte. und und und ..]

[[tierisch uncooler eintrag, ich weiß. aber auch fanboy-texte müssen hin und wieder mal sein, 'tschuldigung.]]

[ frank l. | 2004-05-24 | 02:33 | # ]

charlotte

das zweitschlimmste am sonst fast perfekten konzept (ha!) von "charlotte trifft .." ist ja, daß madame roche mit ihrem stargast beim interview in ihrer luxus-uralt-abgaskiste in einem solchen schneckentempo über die straßen schleicht, daß ich mich beim zusehen fast automatisch wie der dahinterfahrende geschäftsmann mit dringendem termin fühle und die sendung deswegen überhaupt nicht mehr genießen kann – die langsamkeit macht mich nervös.

seltsam, im straßenverkehr passiert mir das nie.

[ frank l. | 2004-05-24 | 00:19 | # ]

zielgruppen von und berechenbarkeit bei bmw

registrierungsformular bmw.de

[ frank l. | 2004-05-24 | 00:05 | # ]

erkenntnisse des wochenendes:

1) sogar nürnberg hat immer noch seine schönen seiten.

2) mit gewissen frauen kann man wunderbar einen ganzen abend lang durchlästern.

3) live-konzerte mit der band allein im keller und dem publikum im erdgeschoß vor fernsehern haben eine eigenartig lustige atmosphäre.

4) die mit abstand hübscheste stupsnase des abends hat meinen letzten argh.de-button bekommen. sie möge ihn ihn ehren halten. und mir vielleicht mal 'ne mail schicken. also, die inhaberin der stupsnase. nicht die stupsnase selbst. klar.

5) (punkt 5 freigelassen, aus dramaturgischen gründen.)

6) gegen halb fünf uhr früh wird man in hotels immer noch mit "einen wunderschönen guten morgen!" begrüßt, wenn man auf dem weg zum aufzug verschlafen "guten abend" murmelt.

7) schee war's.

8) nein, hier kommt keine pointe mehr.

[ frank l. | 2004-05-23 | 19:56 | # ]

themenabendprogramm

"als gradmesser für die liebe gilt leid: film, literatur und musik leben von dieser verbindung: unerfüllt lieben, zu sehr lieben, liebend zugrunde gehen, gar nicht lieben können."

heute um 2305 uhr auf/im/bei dradio (und morgen nochmal auf/im/bei dlf): "was wird in uns wach durch den anderen? – die 'lange nacht' von liebe und schmerz".

[ frank l. | 2004-05-21 | 11:30 | # ]

liebe volksverblödungsfernsehsender:

wenn sich das erste eurer real-doku-crime-soap-dramen (oder wie sich dieser ganze "lenßen und partner"-mist derzeit nennt) mal traut, im abspann outtakes (mißglückte szenen oder eben andere "abfallprodukte" aus der produktion) zu zeigen, werd' ich mir das ding auch ansehen. vorher nicht. danke, wegtreten.

[ frank l. | 2004-05-20 | 21:04 | # ]

unterschiedliche sichtweisen

"german motorists are rather 'trigger-happy' when it comes to green lights. many drivers are already entering the intersection when the signal turns green, so be prepared to go or expect some cranky honking from the guy behind you just mere microseconds after the green comes on."

[brian's complete guide to getting around germanydriving & parking in german cities]

"in deutschland gelten die allgemein üblichen verkehrsregeln. wie fast überall in der welt muss man bei rot halten und bei grün fahren."

[bundesregierung – ein handbuch für deutschland]

[ frank l. | 2004-05-20 | 20:57 | # ]

© stands for coward

emptyfree.com – the end of the music industry should not be feared.
es gibt sie noch, die weblogger mit gutem [tm] musikgeschmack.

[ frank l. | 2004-05-20 | 20:56 | # ]

..

disobey

[ frank l. | 2004-05-20 | 20:53 | # ]

witzigsein in allen lebenslagen – drei beispiele (oder: von einem der auszog und mißverstanden wurde)

im rathaus:

"kann ich hier bei ihnen diesen wisch abgeben, zwecks briefwahl?"
"ja, aber warten sie .. sie können ja auch gleich wählen, das wäre am einfachsten."
"nein, danke, briefwahl wäre mir lieber. ich weiß ja jetzt noch nicht, wen ich wählen werde."
"aber in vier wochen findet doch die wahl statt!?"
"ja eben. in vier wochen erst."
"haha, sie sind ja witzig."

beim bäcker:

"entschuldigen sie, ich hatte sie übergangen in der schlange eben."
"ach, halb so wild. ich bin student."
"sie meinen, sie haben genug zeit?"
"nein, ich meine, ich hab' mir ausgerechnet, daß ich davon auch nicht schneller satt werde, wenn ich mich jetzt aufrege oder den nächsten bäcker suche und dort einkaufe."
"haha, sie sind ja witzig."

an der supermarktkasse:

"das macht dann auf den cent ganz genau 10 euro."
"oh, moment, das hab' ich passend."
"haha, sie sind ja witzig."

(und das alles innerhalb gerade mal einer stunde. muß wohl am guten wetter liegen, daß ich überall überinterpretiert werde. spooky. aber den rest des tages werde ich vorsichtshalber nicht mehr aus dem haus gehen. drohende selbstüberschätzung und so.)

[ frank l. | 2004-05-17 | 16:44 | # ]

life on the streets isn't easy

deutschland vs holland (mpg, 3.9 mb).

[ frank l. | 2004-05-16 | 13:02 | # ]

 

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